DR. BREHM * DR. ZIMMERLING

RECHTSANWÄLTE IN ÜBERÖRTLICHER SOZIETÄT - Büro Frankfurt

Archiv Hochschulzulassungsrecht 2015


•26.11.2015 - Kindergeld und Unterhalt bei konsekutivem Masterstudium

Nicht nur im Bachelorstudium, sondern auch im Masterstudium haben die Eltern eines/einer Studierenden unter bestimmten Voraussetzungen weiterhin – also über das Bachelorstudium hinaus - noch einen Anspruch auf Kindergeld.

Mit Urteil vom 3. September 2015 hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden, dass ein Masterstudium dann Teil einer einheitlichen Erstausbildung ist, wenn dieses Masterstudium zeitlich und inhaltlich auf den vorangegangenen Bachelorstudiengang abgestimmt ist und damit – technisch gesprochen - ein „konsekutives Masterstudium“ ist. Wenn diese Voraussetzungen vorliegen, haben die Eltern auch für die Zeit des Masterstudiums einen Anspruch auf Kindergeld.

Die Kindergeldzahlung für einen Masterstudiengang war bislang höchst streitig. So ist nach dem Gesetz Kindergeld zwar bis zum 25. Lebensjahr zu gewähren, solange sich das „Kind“ in Ausbildung befindet. Ob es sich hierbei um eine Erst- oder Zweitausbildung handelt, ist  dabei zunächst unerheblich. Wenn das Kind jedoch nicht mehr in der Erstausbildung ist und neben einer weiteren Ausbildung regelmäßig mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitet, entfällt der Kindergeldanspruch.

Die Zuordnung eines konsekutiven Masterstudienganges zur Erstausbildung durch den Bundesfinanzhof hat damit unmittelbare Auswirkung auf viele Studierende, die neben ihrem Masterstudium arbeiten gehen und die damit den Anspruch auf Kindergeld erhalten.

Ähnliches gilt auch für einen möglichen Unterhaltsanspruch des Studierenden gegenüber seinen Eltern. Auch hier geht die Rechtsprechung der Familiengerichte mittlerweile davon aus, dass es sich bei konsekutiven Masterstudiengängen um einen einheitlichen Studiengang und damit um eine einheitliche Ausbildung handelt. Damit besteht grundsätzlich auch während des Masterstudiums ein Unterhaltsanspruch des Studierenden gegenüber seinen Eltern.


• 14.11.2015 - 1 weiterer Studienplatz durch Studienplatzklage im Studiengang Pharmazie im Wintersemester 2015/2016

• 13.11.2015 - 1 weiterer Studienplatz durch Studienplatzklage im Studiengang Betriebswirtschaftslehre – Master - im Wintersemester 2015/2016

• 13.11.2015 - 1 weiterer Studienplatz durch Studienplatzklage im Studiengang Lehramt an Grundschulen – Bachelor - im Wintersemester 2015/2016

• 13.11.2015 – 1 vorläufiger Teilstudienpatz wird zum endgültigen Vollstudienplatz durch Studienplatzklage im Studiengang Humanmedizin – 2. Fachsemester - nach den Rechtsverhältnissen des Sommersemesters 2015

 • 13.11.2015 - 1 weiterer Studienplatz durch Studienplatzklage im Studiengang Humanmedizin - 1. Fachsemester – nach den Rechtsverhältnissen des Sommersemesters 2015

• 13.11.2015 - 2 weiterer Studienplätze durch Studienplatzklage im Studiengang Humanmedizin - 2. Fachsemester – nach den Rechtsverhältnissen des Sommersemesters 2015


15.10.2015 - Zahlreiche Mandanten haben aufgrund ihrer eigenen Bewerbung nun einen Klinikplatz erhalten

…, so in Rostock, Heidelberg/Mannheim, Ulm und Bochum.

Dies beruht auf der Differenz der festgesetzten Zulassungszahl und der bestandenen schriftlichen Prüfungen (die Ergebnisse der mündlichen Prüfungen sind uns natürlich nicht bekannt).

In der unten stehenden Liste sind zunächst die Universitäten enthalten, die nach unseren Berechnungen innerkapazitäre Plätze vergeben mussten bzw. vergeben haben. Sodann folgen die Universitäten, bei denen erheblich mehr Studierende das Physikum bestanden haben, als Klinikplätze festgesetzt worden sind. Dort können Sie also nicht mit einer Zulassung aufgrund einer eigenen Bewerbung rechnen:

Tabelle Gesamtanzahl der bestandenen schriftlichen Prüfungen Frühjahr und Herbst 2015 (gemäß IMPP) und Zulassungszahlen 5. Fachsemester Humanmedizin (Klinik) WS 2015/2016 an ausgewählten Studienorten (nicht: NRW (Übernahmeverpflichtung), keine Modellstudiengänge (Berlin, Hannover, Köln, Düsseldorf, Hamburg) und nicht Greifswald) Stand der Tabelle: 09.10.2015 

Universitäten mit Jahreszulassung

Geringere Bestehenszahlen als festgesetzte Kapazität

Studienort Bestanden Bestanden Gesamtanzahl Zulassungszahl Differenz
  Frühjahr Herbst      
Dresden 39 169 208 269 +61
Jena 31 218 249 262 +13
Leipzig 35 239 274 262 +18
Lübeck 26 153 179 i.R. freiwerdender Plätze  
Magdeburg 20 172 192 191 +1
Mannheim 8 185 193 219 +26
Rostock 28 144 172 226 +54
Ulm 48 237 285 300 +15

Höhere Bestehenszahlen als festgesetzte Kapazität

Studienort Bestanden Bestanden Gesamtanzahl Zulassungszahl Differenz
  Frühjahr Herbst      
Frankfurt 36 369 404 297 -107
Freiburg 51 266 317 315 -2
Halle 25 171 196 196 0
Heidelberg 39 285 324 321 -3
Homburg 67 196 263 181 -82
Marburg* 80 270 350 234 -116
Regensburg 37 184 221 152 -69

Universitäten mit Semesterzulassung

Studienort Bestanden Bestanden Gesamtanzahl Zulassungszahl Differenz
  Frühjahr Herbst      
Erlangen   193   160 -33
Gießen   154   150 -4
Göttingen*   168   144 -24
Mainz   148   142 -3
Tübingen   156   164 +8
Würzburg   160   142 -18

* In Marburg und Göttingen werden zahlreiche Teilstudienplätze vergeben


Vergleich der Absolventenzahlen und Mißerfolgsquoten beim schriftlichen Teil des Ersten Abschnitts der Ärztlichen Prüfung Herbst 2015 zu Herbst 2014

Die Absolventenzahlen sind weiter von 6.855 auf 6.530 – also um 325 Teilnehmer - gesunken. Dies hat allerdings nur etwas mit der weiter sinkenden Zahl der Prüfungsteilnehmer an Modellstudiengängen/Universitäten zu tun.

So haben in Düsseldorf nur noch 64 (statt 364) Studierende am Physikum teilgenommen. Dies erklärt schon fast vollständig die Differenz. In Berlin waren es nur noch 7 (statt 14), in Hamburg nur 8 (statt 50).

An einigen Universitäten mit Regelstudiengang hat sich die Zahl der Teilnehmer deutlich erhöht:

  • so in Erlangen von 154 auf 208 - bestanden haben 193 gegenüber 144 vor einem Jahr
  • so in Frankfurt von 349 auf 393 - bestanden haben 369 gegenüber 334
  • so in Halle-Wittenberg von 159 auf 182 - bestanden haben 171 gegenüber 154
  • so in Saarbrücken-Homburg von 205 auf 235 - bestanden haben 196 gegenüber 190 (wegen der höheren Mißerfolgsquote geringe Differenz)
  • so in Regensburg von 166 auf 195 - bestanden haben nunmehr 184 gegenüber 155.

Umgekehrt hat sich die Anzahl der Teilnehmer in München deutlich verringert: von 791 auf 740 bei erhöhter Mißerfolgsquote von 4,4 auf 5,9%.

Die Mißerfolgsquote beträgt 8,1 statt 7,8%, in absoluten Zahlen ist sie sogar von 538 auf 527, also um 11 gesunken.

Um besten schneidet Ulm mit nur 3,3 (letztes Jahr 4,7) Mißerfolgsquote ab.   


• 05.10.2015 - 4 weitere Studienplätze durch Studienplatzklage im Studiengang Humanmedizin – 1. Fachsemester - nach den Rechtsverhältnissen des Wintersemesters 2014/2015

• 05.10.2015 - 1 weiterer Studienplatz durch Studienplatzklage im Studiengang Humanmedizin – 2. Fachsemester - nach den Rechtsverhältnissen des Sommersemesters 2014

• 05.10.2015 – 1 weiterer Studienplatz durch Studienplatzklage im Bachelor-Studiengang Soziale Arbeit im Wintersemester 2015/2016


• 25.09.2015 - Auswahlgrenzen im Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) im WS 2015/2016

Unter dem 24.09.2015 hat hochschulstart.de die Auswahlgrenzen für das AdH auf seine website gestellt. Zwar erfolgt in der überwiegenden Zahl der Hochschulen die Auswahl durch diese selbst, so dass hochschulstart.de keinen Zugriff auf die Ergebnisse hat.

Ein Vergleich mit den Zahlen des WS 2015/2016 zeigt jedoch, dass sich auch im AdH die Anforderungen an die Zulassung an vielen Hochschulen erhöht haben, wie die nachstehenden Beispiele bei der Humanmedizin zeigen; allein Würzburg hat dieses Mal mit 1,1 statt mit 1,0 zugelassen:

Studienort Hauptkriterium 2015/2016 Hauptkriterium 2014/2015
Aachen DN 1,1 DN 1,2
Bochum DN/Test 1,300 gleich
Bonn DN 1,2 DN 1,3
Düsseldorf DN 1,2 DN 1,3
Erlangen DN/Ausb/Test 1,0 gleich
Frankfurt DN /Test 1,5 im WS 14/15 H
Halle DN/Ausb/Test 1,3 dto. 1,4
Kiel DN 1,2 DN 1,3
Köln DN 1,1 DN 1,2
Mainz DN/Test/Ausb 1,2 gleich
Marburg DN/Ausb/Test 1,1 gleich
München DN/Test/Ausb 1,2 gleich
Regensburg DN / Boni 1,1 gleich
Saarland/Homburg DN 1,4 gleich
Würzburg DN /Boni 1,1 DN /Boni 1,0

In der Zahnmedizin sind dagegen die Kriterien weitgehend gleich geblieben, haben sich allenfalls geringfügig in die eine oder andere Richtung verändert. Daher verweisen wir auf die entsprechenden Seiten von hochschulstart.de

www.hochschulstart.de/index.php für das WS 2015/2016 und

www.hochschulstart.de/index.php für das WS 2014/2015 


• 18.09.2015 - Statistik: Bewerber und Studienplätze in bundesweiten NC-Studiengängen - Vergleich WS 2015/2016 gegenüber WS 2014/2015

Dieser nachstehende Datenvergleich zeigt, dass die Nachfrage nach Studienplätzen in den medizinischen Studiengängen - allerdings mit Ausnahme der Tiermedizin ungebrochen ist, auch wenn die Steigerung der Bewerberzahl "moderat" ist. Erstaunlich ist die Erhöhung der Bewerberzahl in der Pharmazie.

Wir rechnen nach jahrelangen Rückgängen der Zahl der Studienplatzkläger in den medizinischen Fächern wieder mit einer deutlichen Steigerung.

  WS 15/16 (Stand: 06.08.15) WS 14/15 (Stand: 04.08.14) Vergleich absolut   Vergleich relativ  
Studiengang Studienpl. Bewerber Studienpl. Bewerber Studienpl. Bewerber Studienpl. Bewerber
Medizin 9.086 43.226 8.999 43.002 87 224 1% +0,5%
Tiermedizin 1.065 4.401 1.053 4.591 12 -190 1,1% -4,1%
Zahnmedizin 1.509 6.430 1.516 6.369 -7 61 -0,5% +1,0%
Pharmazie 1.852 4.298 1.862 3.865 -10 433 -0,5% +11,2%

Die Vergleichsdaten für die Humanmedizin der davor liegenden Wintersemester finden Sie unter:


• 02.09.2015 - Schnüffelei von V-Mann an Universität Heidelberg wahrscheinlich rechtswidrig - spiegel-online berichtet

Monatelang hatte ein verdeckter Ermittler der Polizei sich unter linke Studenten in Heidelberg gemischt. Diese verklagten daraufhin das Land Baden-Württemberg. Das Verwaltungsgericht Karlsruhe befand nun: Der Spitzeleinsatz verstieß wohl gegen das Gesetz.          

„Er nannte sich "Simon Brenner", schrieb sich für ein Studium in Heidelberg ein, tat so, als hätte er linkspolitische Ansichten - und verstieß damit offenbar gegen das Gesetz: Am 25.08.2015 hat das Verwaltungsgericht in Karlsruhe über den Einsatz eines verdeckten Ermittlers verhandelt, der sich vor fünf Jahren ins linke Studentenmilieu der Universitätsstadt gemischt hatte.“

Nach dem Bericht in spiegel-online liess das Gericht durchblicken, dass es den Einsatz des Polizeispitzels für rechtswidrig hält. Die Vorsitzende Richterin sagte, sie habe Schwierigkeiten, einen konkreten Grund für die Anordnung zu sehen. Um eine Bespitzelung zu rechtfertigen, müsse die Gefahr einer Straftat mit erheblicher Bedeutung bestehen. Der klagende Student, der damals ausspioniert werden sollte, sei aber nur schwer als potenzieller Straftäter anzusehen. 

Ein Urteil verkündete das Gericht am 25.08.2015 - wie bei den Verwaltungsgerichten üblich - noch nicht. Ein Gerichtssprecher sagte aber, das Gericht werde wohl allen sieben Klagen stattgeben. Das Urteil soll den Parteien in einigen Wochen schriftlich zugestellt werden.

Zugrunde lag folgendes: Das Polizeipräsidium Mannheim hatte 2010 die Anordnung gegeben, zwei Ziel- und zwei Kontaktpersonen auszuspionieren. Eine der Zielpersonen verklagte später das Land Baden-Württemberg wegen des Einsatzes, gemeinsam mit sechs Studenten, die "Simon Brenner" ebenfalls ausspioniert haben soll. Dieser freundete sich mit Mitgliedern der linken Hochschulgruppe an.

"Brenner" war damals offiziell an der Universität Heidelberg immatrikuliert. Zur Einschreibung in den Fächern Germanistik und Ethnologie im Sommersemester 2010 legte er einen Personalausweis und ein Abi-Zeugnis vor, nahm am Erstsemestergrillen teil, demonstrierte gegen Atomstrom und fuhr sogar am 1. Mai mit seinen neuen Freunden nach Berlin. Im August 2010 setzte er sich dann vom SDS ab, wechselte zur Kritischen Initiative, einer linken Gruppe, hervorgegangen aus den Studiengebührenprotesten 2007.

Durch einen Zufall flog "Brenner" im Dezember 2010 auf. Im Frankreich-Urlaub ein Jahr zuvor hatte er einer jungen Frau erzählt, er arbeite für die Polizei. Auf einer Party traf er diese Frau einige Monate später wieder - und sie enttarnte ihn.

Das Polizeipräsidium Mannheim, das im Prozess das Land Baden-Württemberg vertrat, begründete den Einsatz damit, dass man politische Straftaten habe verhindern wollen. Es habe eine klare Gefährdungsprognose gegeben, welche die Polizei veranlasst habe, tätig zu werden. Ein Anlass sei der Fund von Molotowcocktails bei einer Kontaktperson eines der Kläger gewesen. Die anderen sechs Kläger seien eigentlich nicht klageberechtigt, da über sie keine Daten erhoben worden seien.

Die Kläger argumentierten jedoch, der Einsatz sei längst nicht auf die offiziellen Kontakt- und Zielpersonen beschränkt gewesen. Vielmehr habe "Simon Brenner" intensiv in der politisch aktiven studentischen Szene ermittelt und kaum oder gar keinen Kontakt zu seinen eigentlichen Zielpersonen aufgenommen. Ihm sei es darum gegangen, die Beziehungen und Strukturen von politisch aktiven Menschen in der Region zu erforschen und an seine Vorgesetzten weiterzugeben, sagte der Anwalt der Klägerseite, Martin Heiming.

Die Polizei hatte den Fall zunächst lange nicht kommentiert, dass ein verdeckter Ermittler neun Monate lang die linke Szene in der Stadt ausspioniert hatte. Dass erst fünf Jahre nach Enttarnung des Heidelberger Spitzels es zum Prozess kommt, liegt an der Aktenlage. In einem Zwischenverfahren verlangten die Kläger die Herausgabe der Behördenakten zu dem Einsatz und zogen dafür bis vors Bundesverwaltungsgericht. Anfang dieses Jahres wurde immerhin ein Teil der Polizeiakten herausgegeben.


• 27.08.2015 - Ausschlussfristen sind Ausschlussfristen - auch bei Poststreik und bei Krankheit

Die einzelnen Landesvergabeverordnungen (z.B. § 3 der Studienplatzvergabeordnung Hessen) bestimmen für die Form der unmittelbar an die Hochschule gerichteten Anträge, dass der Antrag für das Wintersemester bis zum 15.07.2015 bei der Hochschule eingegangen sein muss. Dahinter heißt es "(Ausschlussfristen)".

Die Nichtbeachtung einer Ausschlussfrist - aus welchem Grund auch immer - bedeutet, dass gegen die Versäumung einer Ausschlussfrist kein "Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand" möglich ist. Dies bedeutet, dass der Studienbewerber, dessen Antrag wegen Verspätung "ausgeschlossen" wurde, sich nicht darauf berufen kann, dass er die Versäumung der Frist nicht "verschuldet" hat.

Wir haben deshalb zum damaligen Zeitpunkt im Zusammenhang mit dem Poststreik und der Tatsache, dass die Aufarbeitung der Rückstände höchst unterschiedlich erfolgt ist, unseren Mandanten empfohlen, durch Zustellung per Kurier oder - bei geringer Entfernung - durch Einwurf in den Postkasten der Hochschule (möglichst mit Zeugen) sicher zu stellen, dass der Antrag auch rechtzeitig eingeht.

Es sieht aber so aus, dass eine ganze Reihe von Studienplatzbewerbern auf den Poststreik nicht genügend Rücksicht genommen  und die Bewerbungsunterlagen, soweit nicht eine Online-Bewerbung ausdrücklich vorgeschrieben war, mit der Post verschickt hat.

Zu der Zahl der Fälle können wir nichts sagen. Wir haben jedoch von hochschulstart.de erfahren, dass aufgrund der elektronischen Antragstellung es kaum "Verfristungen" gegeben hat. Anders allerdings sah es an Hochschulen aus, die (noch) eine "Papierbewerbung" fordern. 

Bitte achten Sie auch jetzt noch darauf, dass Sie bei der Wahrung von Fristen den sicheren Weg wählen.

Wenn von uns vertretene Mandanten eine Zulassung erhalten, sorgen wir immer durch "Sicherungsmaßnahmen" dafür, dass diese die Einschreibfrist nicht versäumen. Wir haben in den vergangenen fast 40 Jahren der anwaltlichen Tätigkeit von Rechtsanwalt Dr. Brehm noch keine Zulassung deshalb "verloren".


• 25.08.2015 - Noch nichts Neues zu den Wartezeiten in Human- und Zahnmedizin aus Karlsruhe vom Bundesverfassungsgericht (BVerfG)

Nachdem das BVerfG 2013 die sogenannten Vorlagebeschlüsse, mit denen das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen die Verfassungswidrigkeit der derzeitigen Vergaberegelungen begründet hat, im „ersten Durchgang“ als unzulässig abgewiesen hat, erhoffen wir uns von den derzeit anhängigen vier Verfahren einen neuen Impuls des BVerfG, um die völlig unangemessenen Wartezeiten – Humanmedizin 14 Semester, Zahnmedizin 12 Semester - abzubauen.

Es ist allerdings nicht absehbar, wann das BVerfG entscheidet und ob es vielleicht eine mündliche Verhandlung anberaumt.

Wenn sich nichts an den Wartezeiten ändert, wird auch weiterhin das Einklagen für Studienwillige ohne „Spitzenabitur“ die einzige Alternative darstellen. Dies gilt umso mehr, als Bewerber für den Zweiten Studienabschnitt mit angerechneten Leistungen aus Ungarn, Lettland, Polen, Bulgarien und Rumänien nicht mehr – wie bis vor zwei Jahren – mit einem Klinikplatz aufgrund eigener Bewerbung oder aufgrund einer „Studienplatzklage-Klinik“ rechnen können.  


• 25.08.2015 - Wissenswertes für Master- Bewerber mit ausländischem Bachelor oder aus dem Ausland

In unserer täglichen Arbeit für unsere Mandanten haben wir es immer öfter mit deutschen oder EU-Master-Bewerbern mit ausländischem Bachelor-Zeugnis oder mit Nicht-EU Bewerbern mit einem solchen Zeugnis zu tun.   

Weil die Hochschulen mit der Anerkennung und Einstufung oft überfordert sind, hat man mit dem eingetragenen Verein uni-assist eine „Arbeits- und Servicestelle für Internationale Studienbewerbungen“ geschaffen. Hierüber und über einige wichtige Gesichtspunkte wollen wir an dieser Stelle berichten.

uni-assist wurde am 4. November 2003 als Verein von 41 deutschen Hochschulen, der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gegründet, um die Zulassung internationaler Studieninteressierter einfacher, effizienter, kostengünstiger und vor allem kundenfreundlicher zu gestalten. Sie ist eine Service-Einrichtung, die nicht selbst über die Zulassung entscheidet, sondern den Hochschulen, an denen Sie sich beworben haben, Hilfestellung bei der Zulassungsentscheidung leistet.

Die unterschiedlichen Master-Studiengänge

Man unterscheidet Master-Studiengänge in konsekutiv, nicht konsekutiv, lehramtsbezogen und weiterbildend. Die meisten Master-Studiengänge sind konsekutiv: sie bauen auf fachlich ähnlichen Bachelor-Studiengängen auf. Lehramtsbezogene Master-Studiengänge führen die Ausbildung in der Regel mit der gleichen  Fächer-Kombination weiter. Weiterbildende Master-Studiengänge richten sich besonders an Bewerber mit Berufserfahrung, die sich weiter qualifizieren möchten. Bei diesen Studiengängen ist der fachliche Bezug zur Berufspraxis das Hauptkriterium. Für weiterbildende Master-Studiengänge werden in der Regel Studiengebühren erhoben.

Verwandtes Bachelor-Fach – Gleichwertigkeit

Für ein Master-Studium müssen Sie in der Regel ein Bachelor-Studium in einem verwandten Fach an einer anerkannten Hochschule abgeschlossen haben. „Anerkannt“ bedeutet, dass die Hochschule nach den Gesetzen oder Bestimmungen des Landes, in dem sie liegt, akkreditiert sein muss. Wenn die Landesgesetze zusätzlich eine Akkreditierung des Studiengangs vorschreiben, muss immer auch diese Bedingung erfüllt sein, damit der Bachelor-Abschluss in Deutschland anerkannt werden kann.

Internationale Bachelor-Abschlüsse müssen immer den Status "Gleichwertig zu einem deutschen Bachelor" haben. „Gleichwertig“ bedeutet jedoch nicht „gleich“; dies übersehen manche Hochschulen. Der Begriff der „Gleichwertigkeit“ ist im Zusammenhang mit der Anerkennung von (insbesondere medizinischer) Studienleistungen aus dem Ausland bereits vom Bundesverwaltungsgericht definiert worden (Zimmerling/Brehm, Prüfungsrecht).  Nähere Informationen dazu erhalten Sie in der anabin-Datenbank der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZaB).

Konkrete Bedingungen der Hochschulen

Bitte beachten Sie unbedingt immer die Bedingungen der Hochschule und informieren Sie sich immer auch direkt bei den Hochschulen. In der Regel ist das über die entsprechenden Seiten im Internet möglich. Nutzen Sie die oft angegebenen Kontaktmöglicheiten per mail für konkrete Fragen:  

- Nicht alle Hochschulen gestatten eine Bewerbung zu einem Master-Studium mit vorläufigen Zeugnissen. Bei diesen Hochschulen können Sie sich dann nur mit einem abgeschlossenen Bachelor-Studium bewerben.

- Viele Hochschulen akzeptieren aber auch die Bewerbung mit vorläufigen Zeugnissen und einer Bescheinigung der Hochschule über den bevorstehenden Studien-Abschluss (z.B. bei noch fehlender Bewertung der Bachelor-Arbeit. In diesem Fall muss aber das Transcript of Records (ToR) eine bestimmte, bisher erreichte Anzahl von Punkten aufweisen.

- Achten Sie auch auf Details: Manchmal müssen Sie ein ToR mit den Leistungen aus einer bestimmten Anzahl Semester nachweisen, manchmal muss ein bestimmter Prozentsatz der Gesamt-Studienleistungen bereits erreicht sein und an manchen Hochschulen kann man sich nur dann ohne Abschluss bewerben, wenn man an einer deutschen Hochschule studiert und die Studienleistungen im ECTS (European Credit und Transfer System) ausgewiesen werden. 

Hinweis für Studienbewerber, die ein Auslandssemester absolviert haben:

Alle Studienleistungen müssen einheitlich im selben Notensystem bewertet werden. Das bedeutet, Ihre Heimat-Hochschule muss Ihre Noten aus dem Auslandssemester in das eigene Notensystem umrechnen und Ihnen ein Transcript ausstellen, in dem alle Leistungen in diesem Notensystem aufgelistet sind. Denn wenn Ihr Transcript Noten in verschiedenen Notensystemen enthält, ist es leider nicht möglich, eine deutsche Durchschnittsnote zu berechnen.

Wenn Ihre Heimat-Hochschule Ihre Leistungen aus dem Auslandssemester nicht anerkennt, müssen Sie sich eine Bestätigung darüber ausstellen lassen und diese zusammen mit Ihren übrigen Unterlagen einreichen.

Muss das Sekundarzeugnis vorgelegt werden? – Bedeutung des Sprachnachweises

Einige Hochschulen fordern bei Master-Bewerbungen das Sekundarzeugnis nicht ausdrücklich an, sondern verlangen nur den Nachweis, dass die Studienbewerber für ein Master-Studium qualifiziert sind. Trotzdem kann das Sekundarzeugnis eine wichtige Rolle spielen.

Vorab lässt sich leider nicht allgemein sagen, wann das Sekundarzeugnis notwendig ist, das stellt sich erst im Zuge der Bearbeitung durch uni-assist heraus. Und auch wenn Ihr Sekundarzeugnis für die Ermittlung Ihrer HZB nicht notwendig sein sollte, können Sie damit zum Beispiel Sprach-Kenntnisse nachweisen.

Deshalb empfiehlt uni-assist allen Bewerbern für ein Master-Studium, die einen ausländischen Bachelor haben, unbedingt, ihren Bewerbungsunterlagen immer auch ihr Sekundarzeugnis in amtlich beglaubigter Kopie und vereidigter Übersetzung beizufügen. Stammt auch das Sekundarzeugnis nicht aus Deutschland, sondern z.B. aus Großbritannien, empfielt es sich von vorn herein, einen Sprachnachweis vorzulegen. 

Noten-System

Um eine möglichst genaue Notenberechnung gewährleisten zu können, bittet uni-assist:

Wenn Sie schon Studienzeiten absolviert haben und das an Ihrer Hochschule verwendete Notensystem nicht auf Ihrem Transcript aufgeführt ist, fügen Sie Ihrer Bewerbung immer auch das für Ihren Studiengang an Ihrer Hochschule angewandte Noten-System bei. Sie können uni-assist entweder einen Link Ihrer Hochschule schicken, über den diese das Noten-System einsehen kann oder ein PDF mit dem offiziellen Noten-System Ihrer Hochschule über unser Kontaktformular in der Kategorie "Meine Bewerbungs-Unterlagen" senden oder im uni-assist Online-Portal für Studienbewerber hochladen.

Bitte beachten Sie dabei, dass es in diesem Zusammenhang um ganz konkrete Informationen in Bezug auf Ihre Hochschule geht. Senden Sie uns deshalb keine allgemeinen Informationen zum Notensystem des Landes Ihres Bacelor, also zum Beispiel Links zu anabin oder gar Wikipedia, denn diese Informationen liegen uni-assist selbstverständlich vor. 

Noch einige Bemerkungen von uns zur Umrechnung der Noten in das „deutsche System“:

Die Umrechnung der Leistungen wird im Grundsatz nach der sog. modifizierten bayerischen Formel vorgenommen:

https://www.ovgu.de/unimagdeburg_media/International/Infomaterial/Notenumrechnungen/modifizierte+Bayrische+Formel.pdf

Allerdings unterliegt diese Formel heftiger Kritik, insbesondere in Bezug auf die Einzelfallgerechtigkeit. Da sich grundsätzlich jede Schulnote dem Vorwurf der Subjektivität stellen muss, gilt dies für eine Umrechnung im Besonderen. Der untere Eckwert ist zumeist unbestritten, der obere hingegen ist oft umstritten. Schöpft ein Schul- oder Hochschulsystem den Bereich nicht aus (maximal Note wird nicht vergeben, z. B. in Frankreich 20 von 20 Punkten) kann eine „Eins“ nicht erreicht werden. Zugleich gibt es wiederum Schulsysteme, die Noten bzw. Punktezahlen vergeben, die über der offiziellen oberen Eckwert liegen (in Deutschland eine 1+). Der eingeschränkte Gültigkeitsbereich wird zum Problem, wenn einzelne ungenügende Noten vorliegen und auf dem Zeugnis kein Durchschnitt ausgewiesen ist. Das Problem lässt sich dadurch "lösen" in dem der Durchschnitt noch im ursprünglichen Notensystem berechnet wird. Auch so kommt es zu statistischen Verzerrungen, jedoch nur zu jenen, die der Bewerber auch in seinem eigenen Land erdulden müsste.

Daher haben viele Hochschulen eigene Umrechnungstabellen aus dieser Formel entwickelt. Sollte in Ihrem Fall die Umrechnung nicht Ihren Vorstellungen entsprechen, können Sie uns kontaktieren. Als Beispiele haben wir Ihnen einen link eingefügt:


• 16.08.2015 - Verfassungsbeschwerde eines Anwalts in Sachen Humanmedizin Regensburg WS 2014/2015 zurückgewiesen 

Das Verwaltungsgericht Regensburg hatte im Eilverfahren I. Instanz im Studiengang Humanmedizin des WS 2014/2015 Studienplätze vergeben. Die Beschwerdeverfahren (Eilverfahren II. Instanz) für Antragsteller, die keinen Studienplatz in den Eilverfahren I. Instanz erhalten haben, wurden zurückgewiesen. Allerdings hat der VGH München wesentlichen und entscheidenden Vortrag übergangen. Den Stand des Verfahrens können unsere Mandanten dem geschützten Mandantenbereich entnehmen.

Eine Kanzlei, die uns aus dem Studienzulassungsrecht unbekannt ist, hat in einem Fall erfolglos Verfassungsbeschwerde erhoben. Wir zitieren aus den Gründen:

„Die Verfassungsbeschwerde ist nicht zur Entscheidung anzunehmen (§ 93a Abs. 2 BVerfGG), weil sie unzulässig ist.  

Die Verfassungsbeschwerde wird dem Grundsatz der Subsidiarität nicht gerecht (§ 90 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG) und genügt darüber hinaus nicht den Begründungsanforderungen (§ 23 Abs. 1 Satz 2 Halbsatz 1, § 92 BVerfGG). 

1. Die Beschwerdeführerin hat den fachgerichtlichen Rechtsweg nicht erschöpft, weil über ihre Verpflichtungsklage in der Hauptsache noch nicht entschieden ist. Durch die Subsidiarität der Verfassungsbeschwerde soll gewährleistet werden, dass dem Bundesverfassungsgericht infolge der fachgerichtlichen Vorprüfung der Beschwerdepunkte ein bereits eingehend geprüftes Tatsachenmaterial vorliegt und ihm auch die Fallanschauung und die Beurteilung der Sach- und Rechtslage durch die sachnäheren Fachgerichte vermittelt werden (vgl. BVerfGE 79, 1 <20>; 86, 382 <386 f.>; 114, 258 <279>). Die Erschöpfung des Rechtswegs auch in der Hauptsache ist der Beschwerdeführerin hier zumutbar. Sie macht ausschließlich Grundrechtsverletzungen geltend, die sich auf die Hauptsache beziehen. Auch die Voraussetzungen für eine Vorabentscheidung des Bundesverfassungsgerichts (§ 90 Abs. 2 Satz 2 BVerfGG) liegen nicht vor (vgl. BVerfGE 77, 381 <401 f.>; 78, 290 <301 f.>; 79, 275 <278 f.>; 104, 65 <70 f.>; BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom 5. August 1997 - 1 BvR 2246/96 -, juris, Rn. 2; Beschluss der 3. Kammer des Ersten Senats vom 17. September 2013 - 1 BvR 1278/13 -, juris, Rn. 5). Es ist insbesondere nicht ersichtlich, dass der Beschwerdeführerin durch die Verweisung auf den Rechtsweg ein schwerer und unabwendbarer Nachteil entstünde und die Rechtswegerschöpfung in der Hauptsache daher ausnahmsweise unzumutbar sein könnte, zumal die Beschwerdeführerin bislang noch keine im Vergleich zu anderen Bewerberinnen und Bewerbern ungewöhnlich lange Wartezeit aufzuweisen hat. 

Das ist das Problem bei Verfassungsbeschwerden gegen Entscheidungen im Eilverfahren. Es kann nur gerügt werden, dass die Verwaltungsgerichte nicht genügend geprüft oder verfahrensrechtliche Fehler gemacht haben. Kapazitätsrechtliche Beanstandungen müssen grundsätzlich im Hauptsacheverfahren „durchgekaut“ worden sein, um nach Erschöpfung des Rechtswegs eine Verfassungsbeschwerde zu begründen.

Weiter beanstandet das Verfassungsgericht:  

„2. Die Verfassungsbeschwerde genügt darüber hinaus nicht den Mindestanforderungen an ihre Begründung. Sie setzt sich mit den die angegriffenen Entscheidungen tragenden Gründen, der einschlägigen verfassungsgerichtlichen Rechtsprechung sowie der einfachrechtlichen Rechtslage inhaltlich nicht hinreichend auseinander (vgl. BVerfGE 130, 1 <21> m.w.N.)“.

Das hat damit zu tun, dass nur Anwälte, die sich ständig mit dem Verfahrensrecht und dem Inhalt dieser Rechtsprechung befassen, überhaupt in der Lage sind, eine solche Verfassungsbeschwerde zu begründen.


• 14.08.2015 - hochschulstart.de–Ergebnisse in den Quoten Wartezeit und Abiturbeste (jeweils 20 %)
 
Die Wartezeit hat sich zum WS 2015/2016 erstmals auf 14 Semester erhöht, wobei auch nicht alle Bewerber mit dieser langen Wartezeit, sondern nur solche mit einem Abiturschnitt bis 3,3 zugelassen werden konnten. Im WS 2014/2015 betrug die Wartezeit 12 Semester mit einem Abiturschnitt 1,9, faktisch also 13 Semester.

In der Zahnmedizin ist die Wartezeit mit 12 Semestern gleich geblieben, in der Tiermedizin von 11 auf 10 Semester gefallen.
 
Der für eine Zulassung erforderliche Notenschnitt beträgt in der Humanmedizin (Ausnahme Niedersachsen und Schleswig-Holstein 1,1) in allen anderen Bundesländern 1,0. In diesen beiden Bundesländern genügt auch in der Zahnmedizin eine Note von 1,4, während sonst fast überall 1,2 oder 1,3 erforderlich ist. Ausreiser ist hier Thüringen mit 1,1.  


• 10.08.2015 - Die Bundesärztekammer fordert neue Auswahlverfahren für das Medizinstudium und 10 % mehr Studienplätze - Teilstudienplätze sollen nahtlos in die Klinik übergehen

Offensichtlich im Zusammenhang mit einer vom Bundesverfassungsgericht in den anhängigen Vorlageverfahren des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen angeforderten Stellungnahme - die Bundesärztekammer ist insoweit eine der "anhörungsberechtigten Institutionen" hat sich die Bundesärztekammer (BÄK) für eine zielgerichtetere Auswahl von Studienplatzbewerbern für das Fach Humanmedizin ausgesprochen.

In der Stellungnahme, die auch zu dem von der Bundesregierung geplanten "Masterplan Medizinstudium 2020" ergangen ist, fordert die BÄK, dass neben der Abiturnote weitere Kriterien für das Auswahlverfahren herangezogen werden sollten. 

Verstärkt berücksichtigt werden sollten unter anderem auch psychosoziale Kompetenzen, soziales Engagement und einschlägige Berufserfahrung. Um die Universitäten in die Lage zu versetzen, qualitativ hochwertige Auswahlverfahren durchzuführen und neue Verfahren erproben zu können, sollten besonders diejenigen Universitäten, die objektivierbare Assessments auf rechtlich abgesicherter Basis transparent durchführen, in diesem Punkt finanziell unterstützt werden. Für die Assessments sollten bundeseinheitliche Kriterien festgelegt werden.

Angesichts des sich weiter verschärfenden Ärztemangels sei es zudem dringend notwendig, die Zahl der Studienplätze bundesweit um mindestens zehn Prozent zu erhöhen.

Die BÄK weist in ihrer Stellungnahme darauf hin, dass es im Jahr 1990 allein in den alten Bundesländern im Studiengang Humanmedizin 12.000 Studienplätze gab.

"Diese wurden seitdem kontinuierlich reduziert. Statt 16.000 Plätzen, die sich nach der Wiedervereinigung aufgrund der acht hinzugekommenen Fakultäten hätten ergeben müssen, sind es aktuell nur noch rund 10.000."

Diese Entwicklung habe dazu geführt, dass sich immer mehr Bewerber um immer weniger Studienplätze bemühen müssten und ein großer Teil von ihnen erfolglos bleibe.

Viele Bewerber erhielten über das Los- und Klageverfahren lediglich einen sogenannten Teilstudienplatz, bei dem die Zulassung nur auf den vorklinischen Studienabschnitt beschränkt ist. Die Studierenden würden nach Bestehen des Ersten Abschnitts der Ärztlichen Prüfung exmatrikuliert. "Gerade in Zeiten des Ärztemangels erscheint es nicht zielführend, den ärztlichen Nachwuchs auf halber Strecke auszubremsen", kritisiert die BÄK.

Sie fordert, die Methodik der Kapazitätsberechnung dahingehend zu ändern, dass Medizinstudierenden mit Teilstudienplatz nach dem ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung ein nahtloser Übergang in die klinischen Semester ermöglicht wird. Unerlässlich sei, dass die Änderung des Kapazitätsrechts durch eine ausreichende Finanzierung flankiert wird.

Um den Ärztemangel insbesondere im hausärztlichen Bereich zu mildern, spricht sich die Bundesärztekammer zudem dafür aus, Medizinstudierende gleich zu Beginn des Studiums an das Gebiet der Allgemeinmedizin heranzuführen.

"Dafür müssen bis 2017 an allen medizinischen Fakultäten in Deutschland Lehrstühle für Allgemeinmedizin eingeführt werden", fordert die BÄK.


• 10.08.2015 - Neuauflage „Erfolgreich zum Wunschstudienplatz"

Im Auftrag der Verfasser der Neuauflage „Erfolgreich zum Wunschstudienplatz" hat Rechtsanwältin Alexandra Brehm-Kaiser einige wichtige und grundsätzlich Fragen zu dem aktuellen Inhalt dieses Ratgebers gegenüber dem Verlag beantwortet. Wir empfehlen Ihnen, durch die Lektüre dieses Interviews auf das Taschenbuch neugierig zu werden.

Die Verfasser: Rechtsanwälte Dr. Robert Brehm, Dr. Wolfgang Zimmerling, Alexandra Brehm-Kaiser und Ben Zimmerling 


• 05.08.2015 - Kritische richterliche Renzension unserer Bücher, Hochschulkapazitätsrecht. Bd. 1: Der Kapazitätsprozess und Hochschulkapazitätsrecht. Bd. 2: Verfassungsrechtliche Grundlagen – Materielles Kapazitätsrecht 2011 und 2013 durch den Richter am VG Jörg Müller, Sigmaringen/Konstanz

Ein viele Jahre im Studienzulassungsrecht tätiger – sehr kreativer - Richter hat nun unsere beiden Bücher – durchaus nicht unkritisch – rezensiert. Mit dieser Kritik können wir – soweit berechtigt – umgehen. Wir haben nie ein Hehl daraus gemacht, dass wir das Kapazitätsrecht aus der Sicht der Studienbewerber, die wir seit fast 40 Jahren vertreten, sehen. Weiter war für uns klar, dass wir ein Werk für die Praxis der Richter und Anwälte – und nicht eine wissenschaftliche Abhandlung – schreiben.

Dass wir dabei – fachlich, nicht persönlich – auch mal Richtern „auf die Füße treten“ bleibt nicht aus. Das ist dann das, was der Rezensent mit „polemischen Attributen“ meint – und womit er zweifellos Recht hat. Nun aber die – leicht gekürzte – Rezension – die Hervorhebungen stammen von uns:

Die seit unvordenklicher Zeit im Hochschulzulassungsrecht tätigen Rechtsanwälte Zimmerling und Brehm haben ihr 2003 erstmals erschienenes „Hochschulkapazitätsrecht“ (endlich) neu aufgelegt, zugleich – bezogen auf den Parameter der Seitenzahlen – um den Faktor 3,029 erweitert und folgerichtig nunmehr auf zwei Bände verteilt. Das Werk bleibt gleichwohl mit Blick auf seinen (äußerst) beschränkten Absatzmarkt unter der wahrlich überschaubaren Zahl von betroffenen Rechtsanwendern ein Nischenprodukt. Dabei ist es zweifellos einzigartig und derzeit völlig alternativlos, weshalb jede Rezension desselben der Bedeutungslosigkeit anheim fällt; positive wie negative Kritik kann sich auf die Absatzzahlen nicht auswirken. Die auch sonst von der Rechtsprechung leidgeplagten Autoren dürften deshalb eine durchaus wohlwollende, aber eben auch „ehrliche“ – insoweit den Grundsätzen zur dienstlichen Beurteilung folgende – richterliche Rezension ohne Weiteres „verkraften“. 

Schon im Vorwort räumen Zimmerling/Brehm ihre „Parteilichkeit“ als Vertreter von Studienplatzbewerbern unumwunden ein; in Teilen besteht das mit anwaltlicher Brille verfasste Werk tatsächlich aus einer Zweitverwertung der von den Autoren bei den Verwaltungsgerichten – z.T. bereits in gebundener Form – eingereichten „Grundlagen-Schriftsätze“. Die Lektüre fordert dem Leser vor diesem Hintergrund ein beträchtliches Maß an kognitiver Dissonanz ab. Für ein wissenschaftliches Lehrbuch eher befremdlich wirkt es jedenfalls, wenn – je nach (anwaltlicher) Interessenlage – zuweilen unterschiedliche Antworten auf identische Rechtsfragen gegeben werden (wie etwa zur Wirkung der KapVO als „Vorgabenorm“ für gleichrangiges – ggf. auch späteres – Verordnungsrecht, vgl. Bd. 2 Rn. 191 und 403) oder wenn die Argumente der Gegenposition nicht (vollständig) referiert werden (wie zB bei der Berücksichtigung eines CA für Abschlussarbeiten, Bd. 2 Rn. 629 ff.). In gleicher Weise unpassend erscheinen auch die mitunter polemischen Attribute zu – vorgeblichen – Fehlentscheidungen der Verwaltungsgerichte. Hier gerät die (mitunter legitime) Kritik an der uneinheitlichen Rechtsprechung der Instanzgerichte oftmals zum bloßen Selbstzweck; auch wenn der unschätzbare Wert des Doppelbandes an sich gerade in einer systematisierten Aufbereitung der vielfach nicht publizierten einschlägigen Gerichtsentscheidungen liegt, profitiert der Leser beispielsweise in keiner Weise vom – hinsichtlich seiner Berechtigung nicht verifizierbaren – Sezieren der vorgeblichen Unzulänglichkeiten eines (unveröffentlichten!) Beschlusses des VG Schleswig (Bd. 2 Rn. 218 f.), das wohl eher den – zugegebenermaßen nicht gänzlich haltlosen – Vorwurf begründen soll, die Rechtsprechung verspüre – im Gegensatz zu den Autoren – eine „bemerkenswerte Unlust“, sich mit Kapazitätsfragen zu beschäftigen. Das Werk bietet aber insgesamt eine für den Rechtsanwender wertvolle Kompilation von Entscheidungssätzen aus der Rechtsprechung, die zuweilen nur referiert oder einander gegenübergestellt, mitunter aber auch (kritisch) kommentiert und in den ansonsten nur schwer rekonstruierbaren historischen Kontext der jeweiligen Berechnungsparameter der KapVO eingekleidet werden.

Einer nahezu 40 Jahre alten Entscheidung des VGH Mannheim zufolge ist die von der Wirklichkeit abstrahierende Normsetzung (zahlenförmigen Inhalts) im Kapazitätsrecht von nicht voll rationalisierbaren Elementen ua der „Improvisation“ gekennzeichnet; Vergleichbares lässt sich durchaus auch – ohne Abwertung – über die vorliegende Kommentierung dieses Rechtsgebiets durch Zimmerling/Brehm sagen. Der Versuch einer stimmig strukturierten und vollends systematisierten Darstellung des Kapazitäts- und Kapazitätsprozessrechts und der dazugehörigen Rechtsanwendungspraxis wäre in Anbetracht von dessen uneinheitlicher und nur punktuell summarischer Behandlung in der Judikatur wohl auch ein untauglicher. Ganz bewusst beschränken sich die Autoren als Praktiker deshalb darauf, einen „Wegweiser“ durch das undurchschaubare Dickicht der Kapazitätsermittlung in seinem derzeitigen Status quo zu geben, ohne den Anspruch zu erheben, für tiefer gehende materielle Grundsatzfragen Lösungswege aufzuzeigen – wenngleich Letzteres mit Blick auf die (auf Grund des modernen, zu bloßen Scheinnormierungen führenden Flexibilisierungsstrebens) in Auflösung begriffenen und (zB) zu „Bandbreiten“ mutierenden Berechnungsparameter des ganzen Berechnungssystems äußerst dringlich wäre. Den improvisatorischen Zwängen mögen auch einzelne Dopplungen und die nicht unbeträchtliche Zahl von Tippfehlern geschuldet sein, was der Leser aber ohne Weiteres in Kauf zu nehmen bereit ist.

Trotz aller (marginaler) Unzulänglichkeiten muss man den Doppelband zweifellos als unentbehrliche Arbeitshilfe für jeden mit NC-Sachen befassten Rechtsanwender bezeichnen. Gerade etwa für die (bundesweite) anwaltliche Tätigkeit in diesem Bereich ist insbesondere der prozessuale Band 1 unverzichtbar, um einen Überblick über die in den Bundesländern zT höchst unterschiedlich geregelten – und interpretierten – formalen Fallstricke zu gewinnen. Die Gemeinde der NC-Praktiker ist froh um dieses unschätzbar wertvolle Werk, das den immensen Erfahrungsschatz der langjährig praktizierenden Autoren mit bundesweitem Überblick über nunmehr 40 Jahre NC-Rechtsprechung auch für die Nachwelt konserviert; in Anbetracht der Schnelllebigkeit dieses Rechtsgebiets wartet sie schon jetzt auf die nächste Auflage des in Teilen bereits wieder aktualisierungsbedürftigen „Brehm/Zimmerling“, wie er unter sicherlich unzulässigem Austausch der Autorenreihenfolge der semantischen Einfachheit wegen vielfach bezeichnet wird.


Plagiatskontrolle mit Software und System im Studiengang Rechtswissenschaften an der Universität Frankfurt (Quelle: UniReport Frankfurt)

Computerprogramm und individuelle Prüfung: Im Fachbereich Rechtswissenschaft setzt man beim Thema Plagiat aber auch auf Prävention

Bereits seit gut sieben Jahren spüren Professoren und Dekanat des Fachbereichs Rechtswissenschaft der Universität Frankfurt systematisch Täuschungsversuche auf. Kein Leistungsnachweis von der Haus- und Seminar- bis zur Examensarbeit, der nicht unter die Lupe genommen würde. Ein Computerprogramm macht's möglich. Sobald es erste Hinweise liefert, fassen die Prüfer nach. „Die Software funktioniert wie eine Wünschelrute. Wir müssen dann graben", beschreibt My-Sun Choi, die Leiterin des Referats Studienangelegenheiten die Suche. Die Beurteilung, ob echt oder falsch, wird nach Rücksprache mit der Professur getroffen.

Der Fachbereich Rechtswissenschaften betreibt das Aufspüren von Plagiaten standardisiert. Auslöser war eine wachsende Zahl an Auffälligkeiten als Folge der intensiven Nutzung des Internets. „Die zentrale Plagiatssuche wurde auf Wunsch der Professoren eingerichtet, um die Qualität der Lehre sicherzustellen", sagt Dr. Susanne Pelster von der Geschäftsführung des Dekanats. Was nicht heißen soll, dass es unter den rund 4000 angehenden Juristen mehr oder weniger Täuscher gäbe als anderswo. Aber für den Fachbereich ist es auch eine Frage von Moral und Glaubwürdigkeit: „In der Rechtswissenschaft geht es nicht, dass man betrügt!"

Software allein reicht nicht

Bereits 2008 - lange bevor Guttenberg-Plag, Vroni-Plag und andere spektakuläre Fälle bis zu ehemaligen Bildungsministerin Schavan Schlagzeilen machte, - hat der Fachbereich das Kontrollsystem installiert. Es vergleicht im Prinzip mit einigen Klicks die vom Fachbereich eingestellten Textdateien mit unzähligen im Internet verfügbaren Quellen.

Pro Semester durchlaufen allein für das Pflichtfachstudium mindestens 2000 Arbeiten den Test. Er markiert Auffälliges, dann übernimmt der Mensch. Denn das System unterscheidet nicht, ob Studierende fremde Ideen einfach abgeschrieben haben oder ob es sich um Gesetzestexte und in der Juristerei gebräuchliche Standardformulierungen handelt. „Das wäre Wiedergabe, kein Täuschungsversuch", erläutert Choi. Um diesen feinen, aber entscheidenden Unterschied herauszufiltem, leitet das Dekanat die fragliche Arbeit zur fachkundigen Bewertung an die jeweilige Professur weiter. Der Blick der Lehrenden ist außerdem gefragt, wenn Studierende auf „alte Schinken" zurückgreifen. "Die Software findet zwar, was im Netz steht, aber keine gedruckten Werke".

Geschummelt wird seit eh und je. Doch Abpinseln schien selten so einfach wie heute. Seit Google und Wikipedia wird munter aus Dissertationen und Aufsätzen abgeschrieben,selbst den roten Faden mancher Arbeit entdeckten die Plagiatssucher im Internet. Häufig wird auch bei Kommilitonen abgeguckt. Diese Versuchung scheint im Grundstudium besonders groß, wenn dort gleichzeitig bis zu 400 Studierende einen identischen Fall bearbeiten.

Beliebt: Wikipedia

Erwischte haben teilweise kreative Ausreden. Die einfachste lautet, ,ich habe die Anführungszeichen vergessen'. Bei Hinweisen auf gegenseitiges Abschreiben hörten die Verantwortlichen Vorwände wie, der PC oder die Notizen seien gestohlen worden. Ein ertappter Studierender gab an, den als Plagiat markierten Wikipedia- Artikel selbst verfasst zu haben. Aus dem Online-Lexikon wird so oft geklaut und ertappt, dass die Mitarbeiter des Fachbereichs es inzwischen für die „schlechteste aller Quellen" halten. 
Die Verfasser auffälliger Arbeiten bittet das Dekanat zum Gespräch - manche Studierende bringen da zur Unterstützung Eltern und Freunde mit. Einsicht ist nicht allen Betroffenen gegeben. Das Argument „es war nur ein bisschen" fällt unter die Rubrik "oft gehört, aber nie erfolgreich". 

Weil beim Täuschen, ähnlich dem Strafrecht, der Grundsatz: „Schon der Versuch ist strafbar !" gilt, wird die beanstandete Arbeit mit null Punkten bewertet. Sie muss wiederholt werden; bei einer Beschränkung der Wiederholungsmöglichkeiten ist das möglicherweise "tödlich". Jeder Einzelfall wird im Prüfsystem des Fachbereichs und des Prüfungsamts gespeichert. Bei mehrfachen Verstößen droht der Ausschluss von weiteren Prüfungen. Das kam in den sechs Jahren seit Etablierung der standardisierten Plagiatssuche einmal vor.

Prävention statt Abschreckung

Pro Jahr fallen zwischen fünf und zehn Prozent der Arbeiten im rechtswissenschaftlichen Grund- und Hauptstudium auf. Die Zahl blieb über die Zeit konstant. „Die große Hoffnung, dass unsere Systematik abschreckt und die Fälle weniger werden, hat getrogen", stellen die Mitarbeiter fest. Der Fachbereich verstärkt deshalb die Prävention: In der Rechtsdidaktik stehen Seminare zum richtigen Zitieren und Aufbauen von Hausarbeiten auf dem Plan. Die Studierenden werden bereits in den Einführungsveranstaltungen mit juristischen Arbeitstechniken vertraut gemacht. Für das Hauptstudium wurden Crashkurse zu den Risiken von Textübernahmen und zum korrekten Zitieren von Internetquellen sowie zur Differenzierung zwischen wissenschaftlichen und nichtwissenschaftlichen Quellen entwickelt. Für dieses richtungsweisende Angebot konnte sich der Fachbereich einen Zuschuss aus dem Bund-Länder-Programm „Starker Start" sichern. 

Aufklärung schon in der Schule

Die Wurzeln des Abschreibe-Übels werden nach Untersuchungen schon in der Schule mangels Aufklärung über Zitierregeln gelegt - die in der Schule gängige Arbeitsweise übertragen Studierende kurzerhand auf die Hochschule. Ein Problem scheint außerdem zu sein, dass die Studierenden ihr Wissen, anders als in der Schule, wissenschaftlich und auf einen bestimmten Fall angewandt wiedergeben müssen. Die eigene Meinung fundiert darzulegen, scheint einigen schwerer zu fallen, als fremde Positionen einfach zu kopieren. „Es tauchen Defizite auf, die sich bis zu den Abschlussarbeiten erstrecken". Die wissenschaftlichen Hausarbeiten im Schwerpunktbereich werden ebenfalls durch das Plagiatprogramm geschickt; Täuschungsversuche gibt es auch hier.

Zu den besonders ungeschickten Täuschungsversuche gehören: das Abschreiben kompletter Texte samt Rechtschreib- und Grammatikfehlem zum Beispiel, die gedankenlose Übernahme von Abkürzungen oder Kommentarleisten, in denen noch hilfreiche Hinweise von Kommilitonen nachzulesen sind.


• 03.08.2015 - BAföG-Erleichterungen ab August 2015 - Verbesserungen insbesondere bei Übergang zwischen Bachelor- und Masterstudium
 
Vom 1. August 2015 an gelten für Studentinnen und Studenten verschiedene Verbesserungen im BAföG. Bislang erhielten Studierende maximal 360 Euro monatlich als Überbrückung, wenn ihr Erstantrag nicht rechtzeitig bearbeitet wurde. Jetzt orientiert sich dieser Abschlag ausschließlich an der Höhe der voraussichtlichen BAföG-Zahlung und damit am konkreten Bedarf der Studierenden. Außerdem wird ab August 2015 die Förderung während des Übergangs zwischen Bachelor- und Masterstudium erleichtert.
 
So kann, wer ein Masterstudium aufnehmen will, bereits von dem Zeitpunkt an mit Förderung rechnen, ab dem er für den Master vorläufig zugelassen ist - etwa weil der Bachelorabschluss noch aussteht. Die endgültige Zulassung muss dann innerhalb eines Jahres nachgereicht werden. Künftig kann man zudem vorab klären lassen, ob für ein geplantes Masterstudium überhaupt BAföG bezogen werden könnte. Zugleich fallen bestimmte zusätzliche Nachweise zur Studienleistung bei frühen Zwischenprüfungen weg.


• 03.08.2015 - Gibt es einen Anspruch auf Ausstellung eines Transcript of Records (ToR) und welchen Inhalt hat dieser Anspruch?

In einem Prozess vor dem Verwaltungsgericht Hamburg ging es um die - rechtzeitige - Ausstellung eines Transcript of Records (ToR) über die Studienleistungen im Bachelorstudiengang als Grundlage für die Bewerbung eines Masterstudiengangs. Konkret ging es darum, ob dieser ToR-Vermerk über das endgültige Nichtbestehen, Bewertung von angefochtenen Klausuren sowie die Gesamtnote des Statistik-Moduls enthalten dürfe.
 
Unter einem ToR, das spezialgesetzlich nicht definiert ist, wird im universitären Sprachgebrauch eine offizielle Leistungsübersicht über die von Studierenden absolvierten Lehrveranstaltungen und Module, die bisher erreichten ECTS - Punkte, sowie über die nationalen Prüfungsnoten verstanden. Im konkreten Fall hat das Verwaltungsgericht Hamburg der Bewerberin das Recht zugesprochen, dass nur solche Prüfungsergebnisse und Schlussfolgerungen in ihrem ToR enthalten sind, die bestandskräftig (endgültig) bzw. sofort vollziehbar festgestellt worden sind. Im konkreten Fall hatte jedoch die Antragstellerin gegen die Bewertung verschiedener Leistungen als auch gegen den Bescheid über das Nichtbestehen des Studiengangs Widerspruch eingelegt, über den die Hochschule noch nicht entschieden hatte. Da der Widerspruch aufschiebende Wirkung hat, war die Hochschule nach Ansicht des Verwaltungsgerichts gehindert, diesen noch nicht bestandskräftig oder für sofort vollziehbar getroffenen Feststellungen in den ToR aufzunehmen, bzw. daraus Folgerungen für die Gesamtnote für das Modul Statistik zu ziehen.
 
Im Übrigen spricht viel dafür, dass ToR in seiner Eigenschaft als Leistungsübersicht nicht den Hinweis enthalten darf, dass ein Studium nicht bestanden ist. Er ist nicht mit einem Abschlusszeugnis oder einer Prognoseentscheidung über den weiteren Verlauf des Studiums gleichzusetzen. Dass die Hochschule in ihrem Datenverarbeitungsprogramm, mit dem sie üblicherweise ein ToR erstellt, der aufschiebenden Wirkung eines Rechtsmittels möglicherweise aus technischen Gründen nicht Rechnung tragen kann, stehe dem Rechtsanspruch der Antragstellerin nicht entgegen.
 
Sollten Sie Probleme mit dem ToR haben, insbesondere wenn es um Ihre Bachelorbewertung geht, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
 
 


Rechtzeitig zur Buchmesse 2015 wird unser – konkurrenzloser - neuer Berater auf dem Markt erscheinen. Dieses Mal haben neben den Verfassern der 1. Auflage, Rechtsanwalt Dr. Robert Brehm und Dr. Wolfgang Zimmerling, unsere „Jung-Partner“ und künftige Nachfolger im Bereich der Studienplatzberatung und Vertretung, Rechtsanwältin Alexandra Brehm-Kaiser und Rechtsanwalt Ben Zimmerling, tatkräftig an der völlig überarbeiteten und aktualisierten Auflage mitgewirkt.

Mit dieser 2. Auflage befinden Sie sich auf dem richtigen Weg zum Wunschstudienplatz. Näheres können Sie dem beigefügten Werbetext des Beck-Verlags entnehmen. 

www.beck-shop.de/bdwdrm


• 23.07.2015 - Sommerzeit ist Reisezeit – Sommerzeit ist aber auch Studienplatzzeit – Vorsorgen ist wichtig !!

Viele unserer Mandantinnen/Mandanten gehen jetzt in Urlaub. Aber ab Mitte August ist für viele mit einer Entscheidung über die Studienplatzbewerbung zu rechnen. Was kann man vorsorglich tun:

1.       E-Mail-account täglich checken

Viele Zusagen kommen heute per e-mail. Oft ist die Zeit für die Studienplatzannahme sehr kurz – nur wenige Tage. Daher ist es notwendig, jeden Tag zu schauen, ob was gekommen ist. Wichtig: Ist die Frist zur Annahme versäumt, wird der Studienplatz an jemand anderen vergeben. Er ist endgültig verloren. 

2.       Post kontrollieren

Sie sollten jemanden beauftragen, täglich in Ihren Briefkasten zu sehen, der/die dann Sie und uns unmittelbar verständigt, wenn eine wichtige Bewerbungsmitteilung eingegangen ist.

3.       Sie sollten vorsorglich jemandem, dem Sie vertrauen, eine Vollmacht nach nachstehendem Muster erteilen und eine beglaubigte Kopie des Abiturzeugnisses und eine Kopie des Personalausweises übergeben, damit im Falle einer Zulassung während Ihrer Abwesenheit nichts schiefgehen kann. 

Einen Entwurf einer solchen Vollmacht finden Sie nachstehend:    

VOLLMACHT

Ich bevollmächtige hiermit meinen Vater ?? (bitte vollständigen Namen und Kontaktdaten – Telefonnummer -  einsetzen)/meine Mutter ?? (bitte vollständigen Namen und Kontaktdaten – Telefonnummer - einsetzen) auch einzeln für mich handelnd (ggfls. auch eine Dritte Person, wenn Sie mit Ihren Eltern gemeinsam den Urlaub verbringen), alle einseitigen Erklärungen im Zusammenhang mit meinem beabsichtigten Studium und meinem Studienplatzprozess für mich abzugeben.

Die Vollmacht ermächtigt zur Abgabe von Erklärungen gegenüber Universitäten und zur Einschreibung.

Darüber hinaus ermächtigt sie zu allen den Rechtsstreit auf Studienzulassung betreffenden Prozesshandlungen, insbesondere zur Abgabe von Erklärungen gegenüber den Prozessbevollmächtigten, zur Vornahme und Entgegennahme von Zustellungen und Ladungen, zur Zustimmung zur Bestellung eines Unterbevollmächtigten, zur Zustimmung zur Beilegung des Rechtsstreits durch Vergleich und zur Einlegung von Rechtsmitteln und deren Rücknahme sowie zum Verzicht auf solche.  

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                       

Ort, Datum                                                                                                       Unterschrift


• 23.07.2015 - Bewerbungsgebühren an Universitäten und beim Test für die Medizinischen Studiengänge (TMS): Erst zahlen, dann studieren

Spiegel online hat in einem aktuellen Bericht auf die Bearbeitungsgebühren für die Bewerbungen hingewiesen: An der privaten Universität Witten/Herdecke müssen Mediziner in spe 250,00 € für das Auswahlverfahren zahlen.

Dabei hat der Autor aber die wichtigste Gebühr vergessen: Die Gebühr von 73,00 € für die Teilnahme am TMS. Dort ist die Anmeldung erst verbindlich, wenn fristgerecht die Gebühr zur Teilnahme am TMS bei der von der Universität Heidelberg benannten Bank eingegangen ist.  

19 medizinische Fakultäten und 13 zahnmedizinische Fakultäten vergeben die Plätze im Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH – 60% der Plätze) unter Einbeziehung des TMS. Gleiches gilt für die – private – Kasseler School of Medicine und den Studiengang Molekulare Medizin an der Universität Ulm. Streitigkeiten über die Erhebung und die Berechnung dieser Gebühr sind uns bisher nicht bekannt geworden.

Spiegel online stellt die Frage: Viele Hochschulen kassieren Bearbeitungsgebühren von ihren Studienbewerbern - aber wofür? Und berichtet in diesem Zusammenhang über das Studium Psychologie-Bachelor an einer privaten Hochschule. Diese warb mit einem Auswahlverfahren, das sich weniger streng an den Noten orientiere und dafür stärker auf die Persönlichkeit der Bewerber achte. Diese Hochschule verlangte 150,00 € um überhaupt erst einmal die Bewerbung zu prüfen. Ein Studienplatz garantiert war damit noch lange nicht. Im schlimmsten Fall wäre das Geld weg, ohne dass die Bewerberin ihrem Wunschstudienplatz näher gekommen wäre.

Betroffen von Bearbeitungsgebühren sind zunächst vor allem angehende Maler, Bildhauer und Musiker. Kunsthochschulen verlangen laut Hochschulrektorenkonferenz (HRK) oft zwischen 20,00 € und 40,00 €. Die Musikhochschulen haben sich auf einen einheitlichen Betrag von 30,00 € verständigt. Die Begründung für die Gebühren: Die Hochschulen prüfen nicht nur die Noten auf dem Abiturzeugnis, sondern schauen Arbeitsmappen durch oder laden Bewerber zum Vormusizieren ein. Bezahlen müssen oft auch Bewerber an privaten und kirchlichen Hochschulen, wenn sie wollen, dass ihre Unterlagen nicht direkt im Altpapier landen. So berechnet beispielsweise die Evangelische Hochschule Freiburg 20,00 € für die Bearbeitung der Studienanträge. Bis zu 100,00 € zahlen Bewerber an Business Schools wie der Handelshochschule Leipzig oder der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung (WHU) in Vallendar bei Koblenz. Keine hohen Beträge, aber bei mehreren Bewerbungen kann für einen angehenden Studenten eine stattliche Summe zusammenkommen.

Die Handelshochschule Leipzig hat für die Gebühren eine zwar ausgefallene Begründung, die uns aber einleuchtet: Viele Bewerber seien in der Vergangenheit nur gekommen, um das kostenlose Auswahlverfahren zu testen - um dann gut gerüstet an einer anderen Hochschule einen Studienplatz zu ergattern. "Wir haben die Gebühr eingeführt, weil wir in der Vergangenheit viele Bewerber erlebt haben, die nach bestandenem Verfahren abgesprungen sind", sagt ein Sprecher. Allerdings: Das ist der Preis der durch Art. 12 Abs. 1 Grundgesetz garantierten Freiheit, nicht nur den Studiengang (im Rahmen des Möglichen), sondern auch den Studienort frei zu wählen. Fair ist es, dass diese Hochschule den erfolgreichen Bewerbern, die den Studienplatz auch antreten, die Gebühren erstattet.

Deutlich mehr Geld verlangt die private Uni Witten/Herdecke von ihren Bewerbern: 250,00 € Medizin-Interessenten und 300,00 € Zahnmedizin-Bewerber. Der Grund: "Bei 1000 Bewerbungen für Medizin fallen bei uns allein für das Lesen der Bewerbungen 660 Arbeitsstunden an", rechnet eine Sprecherin von Witten/Herdecke vor, zumal sich auch Wissenschaftler/Dozenten sich an der Prüfung der Bewerbungen beteiligen. Mit der Gebühr finanziert die Universität ein aufwendiges Auswahlverfahren vor Ort: Ein Komitee führt mit den Bewerbern Einzelgespräche und prüft, inwiefern sie sich für den Arztberuf eignen. Ungefähr 200 der durchschnittlich 1000 Bewerber in Humanmedizin werden zu dem Auswahltag eingeladen. 800 Bewerber müssen somit die Gebühr zahlen, ohne überhaupt die Chance zu bekommen, sich an der Universität vorstellen zu dürfen.

Spiegel online stellt in seinem Artikel der Frage: Ist das fair? Schrecken die Gebühren gute Abiturienten aus ärmeren Familien ab? Die Wittener verweisen darauf, dass Bewerber, die von Sozialhilfe leben oder Angehörige pflegen, einen Antrag auf Reduktion der Gebühren stellen können. Dann müssen sie immer noch 100,00 € zahlen. Oft kommt das nicht vor: Acht Medizin-Bewerber der Universität Witten/Herdecke haben im vergangenen Jahr ihre Bedürftigkeit angemeldet.

Immerhin: Die meisten staatlichen Universitäten kassieren bislang nicht fürs Prüfen der Unterlagen. Doch wenn es nach Wolfram Richter, einem Wirtschaftsprofessor der Universität Dortmund, geht, sollte sich das schnell ändern. Im April hatte er sich in einem Brief an die NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze über seine schlechten Studenten beklagt - und flächendeckende Bewerbungsgebühren für Masterstudiengänge gefordert. "Junge Menschen geben ein paar Hundert Euro für ein Handy aus", sagt Richter. Warum also nicht auch für einen Studienplatz?  "Wenn wir die Qualität des Masters sicherstellen wollen, dürfen die Hochschulen ihre Bewerber nicht nur nach Aktenlage auswählen", sagt Richter. Zusätzlich müssten die Bewerber etwa in Gesprächen auf ihre Eignung hin geprüft werden. Den Studenten-Dachverband fzs empören solche Überlegungen. "Da gehen den Universitäten ganz viele Menschen verloren, weil sie sich gar nicht erst bewerben", sagt Sprecher Sandro Philippi. Er ist überzeugt: Gebühren jeder Art führen nur dazu, dass es weniger Studenten aus ärmeren und Nicht-Akademikerfamilien gibt.


• 15.07.2015 - Immer mehr Universitäten vergeben die Bachelor-Plätze im Studiengang Psychologie über das Dialogorientierte Serviceverfahren (DoSV) – Dadurch können die Plätze schneller vollständig besetzt werden

Im WS 2015/2016 gibt es im DoSV insgesamt 42 (!!) Studienplatzangebote für den Bachelor-Studiengang Psychologie, deutlich mehr als vor einem Jahr. Damit können – wie die Auswertung von hochschulstart.de gezeigt hat, die Plätze schneller vergeben werden.   Im WS 2014/2015 waren die meisten Plätze lange vor dem Vorlesungsbeginn Mitte Oktober bereits besetzt. Die umfangreichen Nachrückverfahren, die in der Vergangenheit oft weit bis ins Semester notwendig waren, um auch die letzten der begehrten Plätze zu vergeben, wurden somit deutlich reduziert. Dies ist auch für das bevorstehende WS 2015/2016 zu erwarten.  

Sobald Studieninteressenten sich für ein Angebot entschieden haben, werden sie aus den Auswahllisten der anderen Hochschulen gestrichen und machen so Platz frei für Nachrücker. Von den rund 4.300 Zugelassenen im Fach Psychologie hatten zum WS 2014/2015 insgesamt 1.400 mehr als ein Zulassungsangebot von den Hochschulen erhalten. Indem sie sich per Mausklick für eines dieser Angebote entschieden haben, wurden ihre anderen Studienmöglichkeiten sofort wieder frei, so dass andere Bewerberinnen und Bewerber simultan aufrücken konnten.


• 01.07.2015 - Freier Zugang zum Lehramts-Master nun auch in Niedersachsen

Nachdem die Verwaltungsgerichte Osnabrück und Hannover zunächst im Eilverfahren die entsprechenden Universitätssatzungen, wonach für den Zugang zum Masterstudium für Lehrämter in Niedersachsen eine Mindestnote des Erststudiums erforderlich ist, gekippt haben und das Verwaltungsgericht Osnabrück diese Entscheidung auch in einem Klageverfahren bestätigt hat, hat nunmehr das Wissenschaftsministerium die Hochschulen angewiesen, ab dem WS 2014/2015 keine Mindestnote mehr zu verlangen.

Ungeachtet dessen führt die Universität Osnabrück durch ihre Anwalte (die u.a. auch die Universität Göttingen und Oldenburg und die Medizinische Hochschule Hannover vertreten, das Verfahren mit der Begründung weiter, dass es ja um das WS 2013/2014 gehe und das Ministerium keine Übergangsregelung getroffen haben. Das Berufungsverfahren ist nach wie vor beim OVG Lüneburg anhängig.

Geklagt hatte in dem Osnabrücker Fall eine Studentin, die ihre Prüfung für den Lehramts-Bachelor in Mathematik und Chemie nur mit 3,0 bestanden hatte und deren Antrag auf Zulassung zum Masterstudium Lehramt an Haupt- und Realschulen mit gleicher Fächerkombination mit der Begründung abgelehnt worden war, dass die Antragstellerin und Klägerin ihre besondere Eignung nicht nachgewiesen habe, da sie nicht mindestens die laut Zugangsordnung geforderte Note 2,5 in der Abschlussprüfung des Bachlorstudiums erreicht habe.

Während in fast allen anderen Studiengängen – außerhalb der Lehramtsstudiengänge Mindestnoten grundsätzlich von der Rechtsprechung akzeptiert werden, gilt dies nach den genannten Gerichtsentscheidungen nicht für die Lehramtsstudiengänge.

In diesem Bereich ist das Masterstudium kein bloßes Zweitstudium ist, das dem Bewerber ( nur) eine bessere Ausgangsposition auf dem Arbeitsmarkt verschaffen soll. Im Gegenteil ist es so, dass sie ohne den Masterabschluss gar nicht als Lehrerin an öffentlichen oder privaten Schulen arbeiten dürfte. Auch eine Einstellung in den Vorbereitungsdienst für die Laufbahn der Lehrämter ist allein aufgrund des abgeschlossenen Bachelorstudiums nicht möglich. Der Master ist damit Bedingung für den Einstieg ins Berufsleben als Lehrkraft.

Bachelor- und Masterstudium müssen im Bereich der Lehrämter als Einheit und damit insgesamt als Erststudium gesehen werden. Erst an dessen Ende steht damit die eigentliche Qualifikation für den Einstieg in den Lehrerberuf. Voraussetzung für diese Beurteilung ist, dass im vorangehenden Bachelorstudiengang ausdrücklich die Lehramtsoption gewählt wird.


• 01.07.2015 - Kritik an der Ausbildung im Praktischen Jahr (PJ) des Medizinstudiums unter der Überschrift: "Nur der depperte Hakenhalter"

Hierüber berichtet spiegel-online:

Im Praktischen Jahr sollen angehende Ärzte ihr Handwerkszeug lernen. Das Praktische Jahr (PJ) ist die letzte Lernphase des Medizinstudiums. Vier Monate Chirurgie, vier Monate Innere, vier Monate auf einer Wunschstation. Danach sollen die Mediziner fit sein für die Praxis.Doch die Praxis ist häufig ernüchternd: Die Medizinstudenten werden nur als billige Arbeitskräfte ausgenutzt. Besonders schlimm ist es in nach Berichten von Absolventen des Praktischen Jahres in Unikliniken und in der Chirurgie.

Blut abnehmen, Verbände wechseln, im OP ein Bein halten. Das war beinahe alles, was eine Studentin auf der unfallchirurgischen Station einer großen Uniklinik machen durfte. "Niemand war besonders erpicht darauf, dass ich etwas lerne", erinnert sie sich an ihr PJ. Während sie in der Anästhesie sogar Beatmungsschläuche legen durfte, habe sie sich bei den Chirurgen wie der "depperte Hakenhalter" gefühlt.

Vielen ihrer Kommilitonen und angehenden Kollegen geht es ähnlich. Auf dem unabhängigen Portal www.pj-ranking.de haben Studenten seit 2007 mehr als 12.600 Stationen an deutschen Kliniken bewertet. Im Durchschnitt vergaben sie die Schulnote 2,0, den Unterricht im Praktischen Jahr bewerteten sie mit 2,4 und die Betreuung mit 2,1. Doch die Unterschiede zwischen den Fachrichtungen sind - wie spiegel-online in einer Zusammenfassung berichtet - groß.

Besonders schlimm: Unikliniken und die Chirurgie

"Im Vergleich fallen überraschenderweise häufig Unikliniken und chirurgische Fachrichtungen negativ auf. Erstere möglicherweise, da sie zu viele Studierende betreuen müssen, letztere häufig aufgrund des rauhen Umgangstones", sagt Tim Lütkens, ehemaliger Medizinstudent und Betreiber der Seite www.pj-ranking.de. Die schlimmsten Erfahrungsberichte lesen sich so: "Viele Aufgaben hatten nicht im Geringsten etwas mit medizinischer Ausbildung zu tun." Oder: "Für die meisten Oberärzte war man ein Schatten."

Auch wegen solcher Berichte hält es die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland "für vordringlich, Lehre und Rahmenbedingungen im Praktischen Jahr zu verbessern".

Für das PJ gibt es bislang kaum verbindliche Vorschriften. Doch das könnte sich jetzt ändern: "Der Druck, eine standardisierte Ausbildung anzubieten, ist deutlich gewachsen", sagt Heyo Kroemer, Vorstandssprecher des Medizinischen Fakultätentags (MFT) der 36 deutschen Medizin-Fakultäten.

Denn seit zwei Jahren sind die Studenten für das PJ nicht mehr an ihre Uniklinik oder ein Lehrkrankenhaus vor Ort gebunden, sondern können sich überall bewerben. Und nach dem Jahr müssen alle eine standardisierte mündlich-praktische Prüfung schaffen - deshalb werden gemeinsame Regeln für das PJ immer wichtiger. Kroemer rät daher den Fakultäten: "Wenn in einem Lehrkrankenhaus die Qualität der Ausbildung nicht gewährleistet ist, sollte eine Kündigung des Vertrags ernsthaft in Erwägung gezogen werden. Dadurch entsteht ein erheblicher Druck, weil üblicherweise über die PJ-ler neue Assistenzärzte für die Häuser gewonnen werden können."

Denn sie dürfen oft nicht, was sie tun: Medizinstudenten im Lehrkrankenhaus müssen immer wieder Aufgaben erledigen, die ihre Fähigkeiten übersteigen.

Damit die Unis die Ausbildung im PJ an den Lehrkrankenhäusern besser beurteilen können, vergibt der Fakultätentag neuerdings ein Zertifikat. Gutachter prüfen dafür unter anderem, ob die Studenten an Konferenzen teilnehmen und eigene Fälle vorstellen dürfen. Doch bis jetzt haben erst fünf Krankenhäuser das sogenannte MFT-Zert bekommen des Medizinischen Fakultätentages erhalten, darunter waren gleich vier Akademische Lehrkrankenhäuser der Universitätsmedizin Göttingen.

Die Kosten, bis zu 10.000 Euro, müssen sie selbst tragen. Auch deswegen hält sich die Begeisterung darüber in Grenzen: "Das bedeutet einen erheblichen Aufwand", sagt Peer Köpf, stellvertretender Geschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Ob sich das Gütesiegel durchsetzen wird, ist daher fraglich.

Das Hauptproblem ist: Den Kliniken fehlen Personal und Zeit, um die PJ-ler gut zu betreuen. Das ist das Hauptproblem. Doch die Unis könnten mit den Krankenhäusern wenigstens eine gewisse Struktur mit festen Seminarzeiten und Betreuern, und das am besten verbindlich für ganz Deutschland vereinbaren,.

Ein erster Schritt in diese Richtung ist eine Vereinbarung mit dem sperrigen Namen Nationaler Kompetenzbasierter Lernzielkatalog sein, den die Medizin-Fakultäten Anfang Juni beschlossen haben. Näheres unter

In diesem Kerncurriculum steht, was Absolventen des PJ können sollen, von Fachwissen über Patientengespräche bis zum Selbstmanagement. Allerdings: Hält sich eine Fakultät nicht daran, gibt es keine Sanktionen.

Seit 2013 müssen alle Hochschulen ihren PJ-lern ein "Logbuch" geben, indem diese notieren, was sie gemacht haben, ausbildende Ärzte müssen unterschreiben. So soll das Lerntagebuch den Studenten helfen, eine strukturierte Ausbildung einzufordern.

Logbuch, Lernzielkatalog, Klinikzertifikat - diese Reformversuche gehen der Bundesvertretung der Medizinstudierenden nicht weit genug. Sie will, dass sich grundsätzlich etwas ändert, zum Beispiel durch einen festen ärztlichen Betreuer pro Station und regelmäßiges Feedback. Fachärzte, nicht nur Assistenzärzte sollten für die Ausbildung mitverantwortlich sein, Routinetätigkeiten begrenzt werden. Und jede Woche solle es eine Fortbildung geben.

Dafür haben PJler allerdings oft gar keine Zeit. Eine Umfrage unter 1500 PJ-lern hat gezeigt, dass sich 90 Prozent als Vollzeitkräfte empfanden - obwohl sie noch Studenten sind und maximal (und das erst seit kurzem) den -Höchstsatz von 597 Euro von den Kliniken bekommen.


• 08.06.2015 - Ein weiteres kostenpflichtiges Medizinstudium in Deutschland - Die „Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (Kurz MHB)“ wirbt für ein Medizin (- und Psychologie) Studium der anderen Art.

Im Sommersemester 2015 hat die „Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane“ mit Hauptsitz in Neuruppin erstmals Bewerber zum Medizinstudium zugelassen. Wir haben uns über die Auswahl – nächste Einstiegsmöglichkeit Sommersemester 2016 – und die Kosten sowie über den Studienablauf informiert.

Auswahl – eigene Darstellung der MHB:

„Unter dem Motto "Persönlichkeit statt NC!" erfolgt die Auswahl der Studierenden nach personalen Kriterien. Motivation, Eignung und Persönlichkeit sollen dabei darüber entscheiden, ob ein Bewerber ein Studium der Humanmedizin oder der Psychologie beginnen kann, und nicht  der Notendurchschnitt. Wir glauben nicht an einen Zusammenhang von guten Abiturnoten und einer späteren empathischen Tätigkeit als Arzt oder Psychologe. Natürlich kann man auch mit einem Notendurchschnitt von 1,0 ein guter Mediziner oder klinischer Therapeut werden! Man braucht neben den sehr guten Noten aber auch noch andere Stärken und Kompetenzen. Und auf die legen wir in unserem persönlichen Auswahlverfahren einen besonderen Wert.

Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels, einer zunehmenden Ökonomisierung, Technisierung und Anonymisierung des Gesundheitssystems und neuen Anforderungen der Praxis braucht es neue und andere Ärzte und Psychologen. Und damit eben auch andere Zulassungskriterien.

Unter formalen Gesichtspunkten können sich für das Studium an der MHB alle Interessierten bewerben, die über eine in Deutschland anerkannte allgemeine Hochschulreife oder eine im Land Brandenburg anerkannte Äquivalente Leistung verfügen. Da wir großen Wert auf Praxiserfahrung und Praxisbezug legen, sollten Bewerber den Großteil ihres Pflegepraktikums absolviert haben. Die Studienbewerberinnen und -bewerber sind außerdem gewillt, in der klinisch-praktischen Versorgung tätig zu werden. 

Die Medizinische Hochschule Brandenburg führt ein zweistufiges Auswahlverfahren durch. Nach Sichtung der Bewerbungsunterlagen erfolgt die Einladung zu einem Auswahlgespräch. Die Aufgabe des Auswahlgremiums besteht dabei darin, bei den Bewerbern die individuelle Neigung und Motivation sowie die Fähigkeiten für ein eigenverantwortliches und selbstbestimmtes Studium zu prüfen.

Es gilt eine willkürfreie Ermessensentscheidung eines Auswahlgremiums von erfahrenen Ärztinnen und Ärzten sowie Personen anderer Berufsgruppen. Attraktive Stipendien- und Darlehensangebote sorgen dafür, dass ein Studium nicht an der Frage der Finanzierung scheitert“.

Weitere Informationen im Überblick können Sie unter www.mhb-fontane.de/auswahlverfahren.html downloaden.


• 26.05.2015 - Verteuerung der Verfahren in Sachsen durch Erhöhung der Streitwerte in den Eilverfahren von 2.500 auf 5.000 €? Leider JA
Das OVG Bautzen hat für ganz Sachsen den Streitwert auf 5.000,00 € hochgesetzt!In Rheinland-Pfalz lehnt das OVG Koblenz die Streitwerterhöhung ab! 

Völlig überraschend und ohne jegliche Ankündigung hat das Verwaltungsgericht Mainz (Rheinland-Pfalz) in den gerichtlichen Studienplatzverfahren des Sommersemesters 2015 den Streitwert – dieser ist die Bemessungsgrundlage sowohl für die Gerichtskosten als auch für die Anwaltsvergütung auf 5.000,00 € hochgesetzt. Einige Kollegen haben dagegen sog. Streitwertbeschwerden erhoben. Diese waren erfolgreich: Das Oberverwaltungsgericht Koblenz hat die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Mainz aufgehoben und den Streitwert für das Eilverfahren wieder auf 2.500,00 € herabgesetzt.

In Sachsen hat das Oberverwaltungsgericht Bautzen angekündigt, dass es – nachdem es vor kurzem den Streitwert in den Klageverfahren auf 5.000,00 € heraufgesetzt hat - für alle Eilverfahren in diesem Bundesland  über eine Erhöhung nachdenke. Immerhin hat uns das Oberverwaltungsgericht Bautzen – anders als das Verwaltungsgericht Mainz – Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben (auch wenn dies wohl nur aus formalen Gründen – rechtliches Gehör nach langjähriger anderer Übung) geschehen ist und allein aus der Anhörung die Absicht der Erhöhung deutlich hervorgeht.

Nun hat das Oberverwaltungsgericht Bautzen entschieden: Auch in den Eilverfahren wird der Streitwert – jedenfalls für die Zukunft - auf 5.000,00 € festgesetzt 

Grund für die Erhöhung nach dem Oberverwaltungsgericht Bautzen ist die sog. „Hauptsachevorwegnahme“: Durch eine vorläufige Zulassung im Eilverfahren werde die Hauptsache – also das Klageverfahren – quasi „vorweg genommen“, weil eine im Eilverfahren ausgesprochene Zulassung in der Regel auch bestehen bleibe. Außerdem entspreche heute der Prüfungsmaßstab im Eilverfahren aufgrund der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (fast) demjenigen eines Klageverfahrens. 

Durch die Erhöhung des Streitwertes von 2.500,00 € auf 5.000,00 € fallen in den Eilverfahren I. Instanz zukünftig Gerichtskosten in Höhe von 219,00 € und nicht mehr nur in Höhe von 162,00 € an. Ein Anwalt der Universität darf jetzt im Eilverfahren 492,54 € und nicht mehr nur 334,75 € in Rechnung stellen. Von der Darstellung weiterer Vergleiche der Kosten sehen wir an dieser Stelle ab.


• 12.05.2015 - Kaum noch Plätze im 2. Nachrückverfahren des Auswahlverfahren der Hochschulen – daher voraussichtlich keine Losverfahren

Wir haben von hochschulstart.de nun die Daten für die Nachrückverfahren (NRV) bekommen. Danach hat es in der Humanmedizin im 1. NRV noch 94 Plätze gegeben, davon 24 in Köln und 30 in Mainz. Im 2. NRV gab es dann nur noch 3 Plätze in Köln, d.h. alle anderen Universitäten waren „voll“.

In der Zahnmedizin hat es im 1. NRV noch 39 Plätze gegeben, davon 13 in Erlangen und 6 in Würzburg. Im 2. NRV gab es dann nur noch einen Platz in Köln und 2 in München, d.h. alle anderen Universitäten waren „voll“.

Bei den erforderlichen Punktzahlen haben sich nur geringe Änderungen ergeben. Diese können Sie unter im Rahmen einer Gesamtübersicht unter

finden.


13.04.2015 - Physikumsergebnisse klar gestiegen – 5 % weniger Durchfaller im schriftlichen Teil des 1. Abschnitts der Ärztlichen Prüfung gegenüber vor einem Jahr – Das WS 2015/2016 wird voraussichtlich einer Bewerberkapatrophe werden.

Nachdem das IMPP die schriftlichen Examensergebnisse ins Internet gestellt hat, können wir feststellen, dass die Prüflinge immer besser werden:

Während im SS 2014 der Mittelwert der bestandenen Prüfungen noch bei 214,5 richtig beantworteten Fragen – prozentual bei 67,2 % - lag, ist dieser zum SS 2015 auf 222,9 – prozentual auf 69,9 % gestiegen. Dies bedeutet, dass jeder Prüfling im Durchschnitt 8,5 Fragen mehr richtig beantwortet hat als im Vorjahr.

Damit ist gleichzeitig – bei gesunkener Teilnehmerzahl : 2546 statt 2746 - auch die Zahl der Nichtbesteher prozentual deutlich gesunken: 19,5 % gegenüber 24,7 %.  Obwohl also genau 200 Studierende weniger an der Prüfung teilnahmen, haben fast genauso viele den schriftlichen Teil bestanden – 2049 gegenüber 2068.

Dies bedeutet, dass im Verhältnis kaum mehr freie Klinikplätze für Teilzugelassene und Bewerber mit anrechenbaren Leistungen zur Verfügung stehen, obwohl deren Zahl sich nach unseren Schätzungen – genaue Zahlen gibt es hier nicht – fast verdoppelt hat.

Damit wird für alle Antragsteller zum Zweiten Studienabschnitt im SS 2015, vor allem aber im WS 2015/2016, wenn die meisten ausländischen Universitäten die Vorklinik abschließen, es nach unserer Aussicht zu einer Bewerberkatastrophe kommen.

Wir empfehlen daher allen Studierenden, die die Klinik-Zulassung in Deutschland zum WS 2015/2106 anstreben, sich bereits jetzt bei uns zu melden.     


• 31.03.2015 Kultusminister beschliessen neuen Staatsvertrag über die Vergabe von Studienplätzen – keine Änderung der Quoten – In Zukunft: Bewerbungssemester statt Wartezeitsemester

Am 12.03.2015 haben die Kultuminister in ihrer Sitzung den Entwurf eines neuen Staatsvertrags über die Vergabe von Studienplätzen verabschiedet. Dieser muss jetzt noch die Zustimmung der Finanzministerkonferenz finden, von den Ministerpräsidenten aller Bundesländer unterzeichnet und dann durch die jeweiligen Landtage bzw. Bürgerschaften „ratifiziert“, d.h. in ein Gesetz umgesetzt werden. Wenn alle Parlamente dann das jeweilige Gesetz beschlossen haben, trifft der neue Staatsvertrag in Kraft.

Noch keine Änderung gibt es bei den Quoten in den Studiengängen des Zentralen Vergabeverfahrens HM, ZM, TM und Pharmazie. Hier bleibt es also zunächst bei jeweils 20% Abiturbeste und Wartezeit sowie 60% Auswahlverfahren der Hochschulen. Vor einer Änderung der Quoten – die Einstimmigkeit vorausgesetzt hätte - will man offensichtlich die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts abwarten. Anmerkung: 

Nein, mit den gegenwärtigen Quoten herrscht Zufriedenheit. Zudem würde selbst eine Verdoppelung der Wartezeitquote das „Problem“ der Warter nicht entscheidend verändern.

Was man aber machen will, ist die Wartezeitregelung von Wartezeitsemester (man kann auch die Hände in den Schoß legen und abwarten, bis man die erforderliche Zahl von Semestern erreicht hat) durch Bewerbungssemester (damit das Semester als Wartezeit zählt, muss man sich für den konkreten Studiengang beworben haben) abzulösen, wobei aus Vertrauensschutzgründen dies erst ab Inkrafttreten des neuen Staatsvertrags gelten dürfte.

Künftig sollen – angesichts einer neuen Software – auch die Studiengänge des Zentralen Vergabeverfahrens in einem Dialogorienterten Serviceverfahren (DoSV) vergeben werden.

Dass aber mehr Studiengänge auch der örtlichen Auswahlverfahren in das DoSV einbezogen werden sollen, haben wir ja bereits vor wenigen Tagen in dieser Stelle hinsichtlich NRW dargestellt.


• 31.03.2015 - Nordrhein-Westfalen macht die Teilnahme der Hochschulen am Dialogorientierten Serviceverfahren (DoSV) der Stiftung für Hochschulzulassung (hochschulstart.de) zur Pflicht – so sollen im WS 2015/2016 unbesetzte Studienplätze verhindert werden

In NRW soll es nicht mehr so viele unbesetzte Studienplätze geben. In diesem Bundesland müssen sich ab dem Wintersemester 2015/2016 alle Hochschulen mit wichtigen Fächern wie Jura und Betriebswirtschaftslehre am zentralen Studienplatzvergabe-System (DoSV) beteiligen.

Mit Recht bewerben sich viele Studienbewerber an mehreren Hochschulen gleichzeitig, um einen der knappen Studienplätze zu ergattern. Am Ende haben sie mehrere Zusagen in der (immer öfter elektronischen) Post. Weil sie sich nur an einer Universität tatsächlich einschreiben können, müssen die anderen Universitäten aufwendige Nachrückverfahren organisieren - viele Studienplätze bleiben daher bis weit ins Semester hinein oder so ganz frei. Mehr als 14.000 Studienplätze waren nach Angaben von Spiegel-Online allein in diesem Wintersemester 2014/2015 unbesetzt geblieben.

Die nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerin will nun durch eine Änderung/Ergänzung der Vergabeverordnung – darin wird die Art und Weise der Bewerbungsverfahren und der Verteilung der Studienplätze geregelt - ab dem kommenden Wintersemester den Hochschulen des Landes NRW vorschreiben, sich am sogenannten Dialogorientierten Serviceverfahren (DoSV) der "Stiftung für Hochschulzulassung" beteiligen - zumindest mit den großen Fächergruppen Betriebswirtschaftslehre, Jura, Psychologie und Wirtschaftsingenieurwesen. Wer in NRW ab dem Wintersemester BWL studieren will, muss sich also zentral über die www.hochschulstart.de bewerben - egal ob er zur Universität Köln oder an die Fachhochschule Münster möchte. Das soll das Ärgernis der vielen unbesetzten Plätze zumindest mindern.

Dies beruht darauf, dass sich zwar zunehmend, gleichwohl sich die Universitäten und Fachhochschulen eher zögerlich an dem Verfahren beteiligten. Im vergangenen Wintersemester 2014/2015 hatten sich lediglich 62 von gut 170 in Frage kommenden Hochschulen mit ihren Studienangeboten in das Verfahren eingebracht. Für das kommende WS 2015/2016 haben allerdings bereits rund 90 Hochschulen die Teilnahme zugesagt und hochschulstart.de hofft, dass es – insbesondere auch durch die NRW-Offensive bis zu 100 werden.

Im WS 2014/2015 blieben mehr als 8.000 Plätze blieben in NRW frei.

"Wir können nicht zulassen, dass in den begehrten NC-Fächern so viele Studienplätze frei bleiben“, sagte die NRW-Wissenschaftsministerin. "Das ist eine Verschwendung von Kapazitäten - und für abgelehnte Bewerberinnen und Bewerber absolut nicht nachvollziehbar."

Die Bildungsminister der Länder haben sich der Frage angenommen, wie sich die Hochschulen zum Mitmachen animieren lassen. Bei ihrer Sitzung Mitte März 2015 beschlossen die Kultusminister einen neuen Staatsvertrag über die "Stiftung für Hochschulzulassung". Die Kosten für das Vergabeverfahren sollen künftig auf alle Hochschulen verteilt werden - unabhängig davon, ob sie mitmachen oder nicht. Das Kalkül: Wenn die Universitäten und Fachhochschulen ohnehin für den Service zahlen müssen, sind sie womöglich eher geneigt, ihn auch zu nutzen.

Bisher haben die Länder die Kosten für die Zentralstelle selbst getragen. In dem Entwurf, den die Kultusminister auf ihrer Konferenz beschlossen hatten, heißt es: Die Stiftung solle künftig "von allen Hochschulen Beiträge" nehmen: "Die Höhe und Fälligkeit der Beiträge legt die Stiftung in einer Beitragsordnung fest." Der Staatsvertrag muss noch von den Ministerpräsidenten endgültig verabschiedet werden. 

Hoch dürften die Beiträge für die zentrale Studienplatzvergabe für die Hochschule jedoch nicht ausfallen. Auf 6,5 Millionen Euro belaufen sich die Kosten jährlich. Die HRK geht davon aus, dass jede Hochschule im Schnitt damit rund 40.000,00 Euro zahlen müsste.


• 06.03.2015 - Neues von hochschulstart.de: 21. Sitzung des Stiftungsrats der Stiftung für Hochschulzulassung am 26. Februar 2015 – Psychologie-Plätze im Dialogorientierten Serviceverfahren schnell besetzt

Unter der Leitung seines neugewählten Vorsitzenden, Staatssekretär Dr. Thomas Grünewald (Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen), ist der Stiftungsrat in seiner zweiten Amtsperiode erstmals zusammengetreten. Viel ist der Pressemitteilung zwar nicht zu entnehmen, jedoch ist man einmütiger Überzeugung, dass das von der Stiftung für Hochschulzulassung betriebene Dialogorientierte Serviceverfahren technisch einwandfrei läuft. Die Stiftung und ihre Organe sind zuversichtlich, dass das Dialogorientierte Serviceverfahren im Rahmen des planmäßigen Ausbaus seine volle Wirksamkeit erreichen wird.

Hierzu will der Stiftungsrat alles in seiner Macht stehende tun, die Rahmenbedingungen für dieses Konzept auch weiterhin zu gewährleisten und möglichst viele Hochschulen dazu veranlassen, am Dialogorientierten Serviceverfahren teilzunehmen.

Die positive Wirkung dieses Verfahrens, von der wir überzeigt sind, hat imWS 2014/2015 dazu geführt, dass die Psychologie-Studienplätze schnell besetzt werden konnten. Lange vor dem Vorlesungsbeginn Mitte Oktober 2015 konnten bereits die meisten Plätze besetzt werden. Die umfangreichen Nachrückverfahren, die in der Vergangenheit oft weit bis ins Semester notwendig waren, um auch die letzten der begehrten Plätze zu vergeben, werden somit deutlich reduziert.

Von den rund 4.300 Zugelassenen im Fach Psychologie hatten 1.400 mehr als ein Zulassungsangebot von den Hochschulen erhalten. Indem sie sich per Mausklick für eines dieser Angebote entschieden haben, wurden ihre anderen Studienmöglichkeiten sofort wieder frei, so dass andere Bewerberinnen und Bewerber simultan aufrücken konnten.

Wir teilen die Auffassung von Dr. Bade, dem Geschäftsführer der Stiftung für Hochschulzulassung: „Was hier an diesem Studiengang eindrucksvoll zu beobachten ist, kann auch in vielen anderen NC-Studiengängen die Hochschulzulassung insgesamt deutlich beschleunigen.“


• 04.03.2015 - Die Ergebnisse des Vergabeverfahrens in den medizinischen Studiengängen des Sommersemesters 2015 im Vergleich zu denen des Sommersemesters 2014.

1.       Zahl der Bewerbungen

Die Zahl der Bewerbungen im Studiengang Humanmedizin ist fast gleich geblieben: 19.190 (SS 2015) gegenüber 19.114 (SS 2014) Bewerbern. Dies bedeutet bei 1.642 (SS 2015) vergebenen Studienplätzen rund 11,7 Bewerber pro Studienplatz. Im SS 2014 waren es 1.659 Studienplätze die vergeben wurden.

Im Studiengang Zahnmedizin ist die Bewerberzahl des SS 2014 von 3.904 um 300 im SS 2015 auf 3.634 zurückgegangen. Dort sind es aber auch 5,3 Bewerber auf einen Platz. Im SS 2014 wurden 603 Studienplätze und im SS 2015 insgesamt 613 Studienplätze vergeben.

In der Pharmazie standen im SS 2015 insgesamt 863 Studienplätze zur Vergabe auf die sich 1.540 Studienbewerber beworben haben; im SS 2014 waren es 891 Studienplätze und 1.465 Bewerber.

Das vollständige Dokument „Daten der bundesweit zulassungsbeschränkten Studiengänge an Universitäten“ wird Ende März/Anfang April 2015 auf der Homepage von hochschulstart.de zur Verfügung stehen.

2.       Auswahlgrenzen

Da Sie die Auswahlgrenzen ja unter www.hochschulstart.de/index.php anschauen können, beschränken wir uns auf einen Kommentar:

2.1. Wartezeit

Wie erwartet, ist die Wartezeit weiter angestiegen, da sich pro Semester immer erheblich mehr Bewerber um einen Studienplatz bewerben, als über die 20%ige Wartezeitquote abgebaut werden können.

Während im Studiengang Humanmedizin im SS 2014 Bewerber mit 13 Wartesemestern und einer Abiturnote von 2,3 und besser zugelassen werden konnten, mussten die Bewerber im SS 2015 bei gleicher Wartezeit eine Abiturnote von 2,0 und besser aufweisen.

Im Studiengang Zahnmedizin wurden im SS 2014 Bewerber mit 12 Wartesemesters und einer Abiturnote von 3,1 und besser zugelassen. Im SS 2015 waren hingegen nur 11 Wartesemester, jedoch eine Abiturnote von 1,9 und besser für eine Zulassung notwendig.

Im Studiengang Pharmazie sind die Wartezeitsemester von 4 im SS 2014 mit einer Abiturnote von 2,2 auf 5 Wartesemester mit einer Abiturnote von 2,6 und besser im SS 2015 angestiegen. 

2.2. Abiturbestenquote

 Im Studiengang Humanmedizin war in einigen Bundesländern die Abiturnote 1,0 erforderlich, so in Berlin, Brandenburg, Bremen, Hessen, NRW und Rheinland-Pfalz. Aus dem Rahmen fallen nur Sachsen-Anhalt und Thüringen mit 1,3 und Schleswig-Holstein mit 1,4.

In der Zahnmedizin war in Berlin und Bremen eine 1,2 erforderlich, in Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein reichte eine 1,7.

2.3. Zweitstudienbewerber

Schwieriger wurde der Zugang auch über die offenbar deutlich steigende Zahl von Zweitstudienbewerbern. Erstmals war im Studiengang Humanmedizin eine Meßzahl von 12 und in der Zahnmedizin von 11 Punkten erforderlich. 

Auswahlkriterium für ein Zweitstudium ist eine Messzahl, die sich aus dem Prüfungsergebnis des Erststudiums und aus der Begründung für den Zweitstudienwunsch zusammen setzt. Bei gleicher Messzahl entscheiden als nachrangige Kriterien ein abgeleisteter Dienst und dann das Los über die Zulassung.

Weitere Einzelheiten zum Ablauf des Auswahlverfahrens für Zweitstudienbewerber können Sie dem Infoblatt „Auf ein Neues: Die Zulassung zum Zweitstudium" entnehmen.


• 14.01.2015 - Immer mehr minderjährige Studenten! Auch wir brauchen bei Vollmachten immer häufiger die Unterschriften der Eltern

Die G8-Reform hat auch die Hochschulen vor ganz neue Herausforderungen gestellt: Inzwischen brauchen fast dreitausend Studenten in Deutschland für wichtige Entscheidungen eine elterliche Unterschrift.

Sie sind aus der zwölften Klasse direkt an die Universität, weil:  Sie wollen keine Zeit verlieren.

2884 Studierende unter 18 Jahren waren im Wintersemester 2013/2014 an deutschen Hochschulen eingeschrieben - so viele wie nie zuvor. Für das WS 2014/2015, für das noch keine Zahlen vorliegen, gehen wir von doppelt so vielen minderjährigen Studenten aus. Das Plus im Vergleich zum Wintersemester 2000/2001 beträgt sogar 2534, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Gleichwohl betrug im Wintersemester 2013/2014  der Anteil der minderjährigen Studenten damit lediglich 0,1 Prozent.

Bei der Fächerwahl liegen die Wirtschaftswissenschaften vorn: 347 Abiturienten unter 18 Jahren haben sich für ein solches Fach entschieden. An zweiter Stelle folgt die Informatik mit 234 Studierenden. Die Hauptgründe für den Anstieg minderjähriger Studierenden sind die um ein Jahr verkürzte Schulzeit bis zum Abitur (G8) und die Aussetzung der Wehrpflicht.

Auch wir müssen jetzt häufiger die Vollmachten beider Elternteile bzw. des sorgeberechtigten Elternteils anfordern, denn auch der Prozessauftrag im Studienplatzrecht erfordert volle Geschäftsfähigkeit und die hat man in Deutschland erst mit 18 Jahren.


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